Niagarafälle bei Nacht


Vorsichtig tasten wir uns in der Eiseskälte den glattgefrorenen Weg hinunter, ein immer stärker werdendes Rauschen kündet von der Annäherung an ein Naturereignis. Und dann stehen wir vor den Niagarafällen! Tosend bahnt sich das Wasser seinen Weg nach unten, die kalte Luft mit Gischt anreichernd, die der unstete Wind auch in unsere Richtung treibt. Ein nasser, eisiger Hauch umfängt die Nasenspitzen und die sich am klammen Geländer festkrallenden Hände und setzt sich wenig später als Reif und Glatteis am Boden und an den erstarrten Pflanzen ab. Da drüben auf der kanadischen Seite locken die erleuchteten Gebäude mit Helligkeit und Wärme und hinter uns wartet ähnliches auf uns. Was wollen wir dann bloß hier in Kälte, Nässe und Dunkelheit? Ja, das Leben ist nicht immer bequem und wer Außergewöhnliches in der Natur erleben will, muss sich schon ihren Gewalten aussetzen, hier gekonnt mittels romantischer Beleuchtung in Szene gesetzt.