Als Sultan Mehmed II. im Jahr 1453 Konstantinopel eroberte und damit den Resten des Byzantinischen Reiches im Wesentlichen ein Ende bereitete, da war es geradezu zwangsläufig und daraus hatte er auch keinen Hehl gemacht, die eroberte Stadt, gelegen am Bosporus zwischen Europa und Asien, anstelle von Edirne zu seiner neuen Hauptstadt zu bestimmen. Und dazu musste natürlich ein zur gewachsenen Bedeutung des Osmanischen Reiches angemessener Sultanspalast her. Im Gegensatz zur Hagia Sophia war der alte Palast der byzantinischen Kaiser dazu unbrauchbar, er entsprach nicht der offeneren Architektur eines Turkvolkes und vor allen Dingen wurde er von den immer bescheidener werdenden Vorgängern nicht mehr genutzt und wird deshalb wohl schon ziemlich verfallen gewesen sein. Und so entstand zuerst auf dem heutigen Beyazit-Meydan (Platz) eine provisorische Regierungsstätte mitten in der Stadt, aber recht bald entschied sich der Sultan für einen Neubau auf der Landspitze zwischen Goldenem Horn und Marmarameer, luftig gelegen und mit hervorragender Aussicht auf die Umgebung. 1459 wurde er begonnen, der erste, nur aus zwei Höfen bestehende "Neue Palast", später "Topkapi-Palast" wurde unter teilweiser Nutzung des byzantinischen Mangana-Palastes im Jahr 1468 vollendet. Trau keinem deiner Nachbarn, so wird sich der Sultan wenig später gedacht haben, als ab dem Jahr 1478 noch eine im Abstand errichtete Wehrmauer den Palast umschloss (und heute noch umschließt), Platz für zwei weitere Höfe. Damit war seine Grundstruktur bereits im 15. Jahrhundert im wesentlichen festgelegt und es war ein bedeutendes Architekturerzeugnis der Renaissanceepoche in Europa entstanden. So begeben wir uns doch einmal gemeinsam auf Entdeckertour und schreiten durch das "Großherrliche Tor" in den ersten Innenhof ......