Si-e Se Pol-Brücke


Zayandeh Rud,auf persisch زایندهرود, der "Lebensspendende Fluß", entspringt westlich von Isfahan im Zagros-Gebirge auf einer Höhe von 3974 Metern, um nach etwa 400 Kilometern im Gawchuni-See, einem von Sümpfen umgebenen Salzsee immerhin noch auf 1466 Metern Meereshöhe sein Ende zu finden. Er ist der wasserreichste Fluß im Zentraliran und einer der wenigen, die ganzjährig Wasser führen. Und er verleiht der Zweimillionenstadt Isfahan ein ganz besonderes Flair, welches man hier im trockenen Hochland eigentlich überhaupt nicht vermutet. Insgesamt elf Brücken führen über den Fluß, darunter die im 5.Jahrhundert erbaute Schahrestan-Brücke. Somit ist die Si-o-se Pol (persisch سی وسه پل, die "33-Bogen-Brücke") längst nicht die älteste, wohl aber mit ihren Arkaden und Bögen zumindest in den Abend- und Nachtstunden die schönste. Der breite Fußweg über den Fluß ruht auf dreiunddreißig bei Dunkelheit beleuchteten Bögen und ist beidseitig von schmalen Arkaden umgeben, welche man an einigen Stellen durch- und umschreiten kann, um den Anblick der hellerleuchteten nächtlichen Stadt zu genießen und vielleicht auch seiner Angebeteten einen von Spitzeln unbeobachteten Kuß und bei ganz Mutigen auch ein paar Streicheleinheiten zu geben. Von Schah Abbas I. im Jahr 1602 in Auftrag gegeben, wurde die Brücke von seinem Kanzler Allahverdi Khan Undiladze, einem zum Islam konvertierten Iraner christlich-georgischer Abstammung gebaut, um seine Tschahār Bāgh-Avenue, die "Vier Gärten", bis heute die Hauptverkehrsader der Stadt, mit den königlichen Gärten Hazar Jaribs zu verbinden. Und sie führt mit einer Länge von 290 Metern über den Fluß auch zum (christlich-) armenischen Viertel Dschulfa. Aber darüber wird auch noch zu berichten sein.....