Im palastreichen Isfahan stellt er durch seine Architektur etwas ganz besonderes dar, der "Vierzigsäulenpalast" Chehel Sotoun (persisch: چهل ستون), fertiggestellt im Jahr 1647 von einem der mächtigsten Safawidenherrscher, dem Schah Abbas II. Nähert man sich dem in einem riesigen Park gelegenen eindrucksvollen Gebäude von Osten, vom Maydan-e Imam aus, so gilt es zunächst, ein langgestrecktes Wasserbecken zu umrunden, in dessen Inhalt sich bei Annäherung zunehmend die zwanzig Säulen aus Zypressenholz zu spiegeln beginnen, welche eine wohl dem Sonnenschutz dienende hohe Veranda tragen. Fühlen wir uns doch ein wenig wie Schah Abbas und schreiten wir majestätisch die wenigen Stufen dort hinauf, so geht der zufriedene und bestimmt auch ein wenig stolze Blick zuerst nach oben zur vom Zahn der Zeit gezeichneten, wiewohl aber immer noch mit kunstvollen Ornamenten verzierten Unterseite des Daches. Die Höflinge rechts und links weisen den weiteren Weg durch einen hohen Säulenportikus direkt in den quadratischen Thronsaal, wo gegenüber schon der mit weichen Kissen gepolsterte Thron darauf wartet, im Schneidersitz darauf Platz zu nehmen. Was ist heute zu entscheiden, was für Verhandlungen stehen an, in welche Stimmung sollte ich mich bringen? Soll ich mir die an den Wänden befindlichen gewaltigen Gemälde von ruhmreichen Schlachten gegen die Inder, Osmanen oder Usbeken betrachten oder gilt es lieber, sich denjenigen vom pompösen Empfang des Mogulherrschers Humayun im Jahr 1544, vom Bankett zu Ehren des Emirs von Buchara im Jahr 1611 oder vom Empfang des usbekischen Königs im Jahr 1646 zu widmen? Nun, wie ich mich auch entscheide, für Zerstreungen nach dem anstrengenden Regieren stehen weiter hinten im Gebäude weitere Räume zur Verfügung, ein Kuppel- wie auch ein atemberaubender Spiegelsaal und natürlich auch Separees für Kungelrunden und andere Zerstreuungen. Aber das gehört dann schon nicht mehr hier her.....