Verlassen Sie mit mir die düsteren Basargänge und treten Sie doch noch einmal auf den Naqsch-e-Dschahān hinaus! Vielleicht waren Sie ja über Mittag etwas enttäuscht und haben unter den vielen Touristen die Bewohner der Stadt vermißt? Sehen Sie, niemand von uns würde sich hier ohne Anlaß der sengenden Mittagssonne aussetzen, jetzt aber, wo sich ihre Bahn über dem Himmel langsam dem Horizont zuneigt, ja, da sind sie alle da, sie strömen geradezu aus allen Himmelsrichtungen auf diesen Platz, um den bestimmt anstrengenden Tag ausklingen zu lassen, an einem Ort ohne die Beengtheit der Wohnungen, unter der gerade so manche Großfamilien bei uns hier leiden. Und hier ist alles zu finden: Genug Platz für ein ausgewogenes Verhältnis von Privatheit und Öffentlichkeit, Möglichkeiten zur Verpflegung mit mitgebrachten oder aus den umliegenden Gaststätten herangebrachten Speisen, Süßigkeiten und Eis für Kinder und junggebliebene Erwachsene in durch viele Wasserfontänen mit Feuchtigkeit angereicherter kühler und frischer Luft. Und sollten Sie nicht verheiratet sein, so machen Sie doch einfach eine Fahrt um den Platz herum, nur zu zweit auf der Bank einer der unzähligen Kutschen! Und kommen so Ihrer Angebeteten ganz zwanglos ein wenig näher, den Augen und Ohren der Obrigkeit entschwindend. Die Kutscher können gar nicht auf Sie achten, die sind vollauf damit beschäftigt, ihr Gefährt sicher durch die Menschenmassen zu lenken.
Was, Sie haben mich Mehmet genannt? In aller Bescheidenheit, ich bin kein Türke, und heiße Mohammad, der Lobenswerte, der Gepriesene. (Danke Annette!) Für heute möchte ich mich von Ihnen verabschieden, auf mich wartet da noch eine Kutschfahrt.... Morgen zeige ich Ihnen einige wunderschöne Paläste und wir gelangen in das armenische Viertel und und und!