Meydan-e Imam


Nicht in Amerika oder gar in den neureichen Golfstaaten befindet sich der größte vollständig umbaute Platz der Welt, nein, es ist der schon in den Jahren 1590 bis 1595 wohl von einem der größten und vor allen Dingen weitblickensten Herrscher Persiens, dem Safawiden-Schah Abbas I. in der damaligen Hauptstadt Isfahan erbaute "Platz des Imams". Der von insgesamt 1,2 Kilomter langen Arkaden und dahinter befindlichen Basargängen gesäumte und zu seiner Entstehungszeit Naqsch-e Dschahān („Abbild der Welt“) genannte Platz bildet auch heute noch den Mittelpunkt der Stadt und ist wohl auch ein herausragender Faktor für die sprichwörtliche Schönheit der Stadt. Schauen wir doch einmal gemeinsam auf diesen weitläufigen, sich in Nord-Süd-Richtung auf eine Länge von 560 Metern ausdehnenden Ort: Rechts am Bildrand der östliche Pavillion des Königspalastes, der "Hohen Pforte" Ali Qāpu, welcher vordergründig dem leidenschaftlich gern Polo spielenden Schah als Aussichtspunkt über die auf dem Platz stattfindenden Turniere dieser Art und ähnliches diente. Aber nur vordergründig, denn über die Geheimnisse in seinem Inneren wird noch zu berichten sein..... Bei dem Bauwerk auf der südlichen Schmalseite, der Königsmoschee, heute zu Ehren von Ajatollah Ruhollah Chomeini in Masdsched-e Emām umbenannt, wurde der sich aus der strengen Nord-Süd-Ausrichtung des Platzes und der Pflicht zur Ausrichtung der Moschee gen Mekka ergebende Widerspruch mit einer 45 Grad-Drehung zum Hauptgebäude hin ungewöhnlich, aber doch elegant gelöst. Auch dort sollten wir später noch einen näheren Besuch abstatten. Ja, und lassen wir die Historiker ruhig über die eigentliche Bestimmung der nach dem Schwiegervater des Schahs benannten Masdsched-e Scheich Lotfollāh, der Scheich Lotfollar-Moschee streiten und erfreuen uns lieber am Anblick dieses Kuppelbaues an der Ostseite. Lust auf einen Einkaufsbummel? Ja? Die Arkaden rund um den Platz sind voller kleiner Läden (und für das Mullah-Regime auch teilweise erstaunlicher Restaurants) und es handelt sich dann noch lange nicht um den eigentlichen Basar, welcher sich hinter uns von der Nordseite des Platzes bis zur etwa einen Kilometer entfernten Freitagsmoschee anschließt, mit seinen Düften und Farben, seinen lautstark ihre Waren anpreisenden Händlern, nur noch übertönt von sich zuweilen knatternd an den Menschen durch die engen überdachten Gänge vorbeischlängelnden Mopeds. Später sollte man trotz dampfender Füße unbedingt zum Sonnenuntergang auf den Platz zurückkehren.....