Es gibt eine Stadt in Vietnam, welche von den Zerstörungen des Vietnamkriegs verschont geblieben ist. Im 4. jahrhundert von den Cham gegründet, später als Bestandteil der Seidenstraße ein an der Mündung des Song Thu Bon geschützt liegender Hafen, in welchem sich Japaner, Chinesen und später Briten, Niederländer und Franzosen die Klinke in die Hand gaben. Später, als dieser Hafen zusehends verlandete, gab er seine Bedeutung nach Da Nang ab und die Stadt fiel in einen Dornröschenschlaf, mit 75000 Einwohnern zu unbedeutend in den Indochinakriegen, auch kein Dschungel auf der Halbinsel, den man entlauben oder bombadieren musste. Eine pittoreske Altstadt, ein gut erhaltenes Beispiel eines südostasiatischen Handelshafens aus dem Zeitraum zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert, deren Gebäude eine Verschmelzung einheimischer und fremder Einflüsse, vor allem im Stil südchinesischer Kleinstädte, zeigen, blieb erhalten. Und dazu passt ihr Name recht gut: Hoi An (dt. etwa: ruhige Gemeinschaft oder friedvoller Versammlungsort), heißt das, wie manche behaupten, charmanteste Fleckchen in Vietnam. Aber am vierzehnten Tag jedes Mondmonats, am Vollmond also, ist es mit der Ruhe im Stadtzentrum vorbei: So stürzen wir uns doch einmal ins Getümmel des Hoi An Night Market am Tu Bon-Fluss und auf die etwa 300 Meter lange Nguyen Hoang-Straße. Gegen 17:00 Uhr beginnt er, später ab der Dämmerung erhellen hunderte Lampions die Wege, die Hitze des Tages ist gewichen und man kann sich durch die von unzähligen Verkaufsständen gesäumten Gassen treiben lassen, ein wenig essen und trinken oder mit den Händlern um Kleidung, Kunsthandwerk oder Elektronik feilschen.
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