Zum Abschluss eines langen und heißen Tages in der alten Kaiserstadt Hue empfiehlt sich ein Spaziergang entlang des Parfume Rivers, des Huong Giang. Böse Zungen behaupten, es sei der Gestank des kloakigen Wassers, was aber eigentlich nicht sein kann, denn der wasserreiche, sich aus zwei Quellflüssen im Dschungel speisende Strom ist mit 30 Kilometern Länge eigentlich nur recht kurz und verläuft bis Hue abseits größerer Siedlungen. So lassen wir dann doch lieber die wohlgesonnenen Stimmen zu Wort kommen, welche hier im Frühjahr den Duft der im Wasser treibenden Pollen und Blüten zur Namensgebung ausgemacht haben. Und die spendiert der Dschungel bestimmt reichlich. So mengen wir uns doch einmal in die Masse der hier am Ufer entlang flanierenden Menschen auf dem romantisch-bunt beleuchteten Uferweg, kehren ein in eines der zahllosen Restaurants oder Cafes. Ein Gläschen vietnamesischer Wein gefällig? Ja, den gibt es durchaus, einer Ausdehnung des Landes bis fast zum nördlichen Wendekreis und nördlich und südlich auch vorhandener kühlerer Hochflächen mit über 2000 Metern Meereshöhe sei Dank, da gedeiht er offenbar prächtig. Und wenn er dann im Glas angekommen ist und langsam in Gaumen und Kehle seinen frischen Geschmack entfaltet, ja dann fehlt eigentlich nur noch der Blick von der Terrasse auf das träge dahinfließende Wasser und die am Horizont mit buntem Farbenspiel grüßende Trang Tien - Brücke, um glücklich zu sein.