Sie hat die Zeiten überdauert, die Truong Tien-Brücke über den Parfüm-Fluss in Hue. Es war kein anderer als Gustave Eiffell, welcher im Jahr 1897 vom französischen Gouverneur in Zentralvietnam den Auftrag bekam, mit seiner Eiffage Group eine Brücke über den die Stadt teilenden Fluss zu planen und zu bauen. Und der lieferte dann auch, in gewohnter Qualität ein 403 Meter langes Bauwerk mit 6 Bögen aus kammartigen, genieteten Stahlträgern von jeweils 67 Metern Länge bei einer Breite von sechs Metern. Kein Frosch, keine Eidechse (zumindest suchte nach denen keiner) behinderte den Bau, nach der Grundsteinlegung im Mai 1899 folgte im neuen Jahrtausend am 18. Dezember 1900 ihre Einweihung. Aber die tropischen Verhältnisse nagten recht schnell an der hölzernen Fahrbahnabdeckung und als im Jahr 1904 dann das verheerende Drachen-Hochwasser für erhebliche Beschädigungen sorgte, dauerte es wiederum bis ins Jahr 1906, um die Brücke wieder, diesmal mit Betonplatten, instandzusetzen. Im Jahr 1937 wurde die nächste Generalüberholung nötig, wieder durch eine Eiffell-Firma: König Rost hatte schon reichlich zugeschlagen und man musste einiges Metall ersetzen und wo es möglich erschien, Stahlbeton einbauen. Auch zwei Fußgängerwege wurden dem Bauwerk spendiert, auch in Indochina nahm der Automobilverkehr zu. Im November 1939, als die Welt in den Abgrund des 2. Weltkrieges schlidderte, 29 Monate nach Baubeginn war alles fertig. Dann passierte lange Jahre nichts mehr: Die Kriegswirren der folgenden Jahrzehnte erlaubten bis zur Generalinstandsetzung von 1991 bis 1995 nur Notreparaturen. Aber nun verbindet das Bauwerk wieder die beiden Teile von Hue und die Motorräder knattern auch heute noch auf ihr hin und her, durchsetzt von einer wachsenden Anzahl von Autos.
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