Als im Jahr 1802 Kaiser Gia Long den vietnamesischen Kaiserthron bestieg und damit die Herrschaft der letzten vietnamesischen Kaiserdynastie, der Nguyen-Dynastie begründete, da verlegte er die Hauptstadt des Reiches im Jahr 1804 nach Hue und begann sogleich, dort eine standesgemäße Zitadelle nebst einer nach chinesischem Vorbild 'Verbotenen Stadt' zu erbauen. Und nach den Siegen über Laos und Kambodscha hatte er auch die Mittel dazu, nicht aber so einfach die Hoheit, sein Land von Dai Viet in Nam Viet umzubenennen, dies musste der chinesische Jiaqìng-Kaiser, dessen Vasall er offenbar war und der ihm bei der Eroberung der Macht entscheidend geholfen hatte, genehmigen. Und der ordnete allerdings den Namen Viet Nam an, um Verwechslungen mit dem auch chinesische Südprovinzen umfassenden Königreich Nam Viet aus der Zeit 203 - 111 v.Chr. zu verhindern. Ein 10 km langer Erdwall wurde zunächst aufgeschüttet, welcher später durch eine Steinmauer ersetzt wurde, umgeben von einem 20 m breiten Wassergraben und durchbrochen von 10 Toren. Hier lebten und arbeiteten die kaiserlichen Beamten und Soldaten. Kaiser Gia Long erlebte allerdings die Fertigstellung der riesigen Anlage nicht mehr, als er am 03. Februar 1820 kurz vor seinem 58. Geburtstag starb, musste sein Sohn und Nachfolger Minh Mang die Arbeiten fortsetzen. So treten wir doch einmal in die Zitadelle ein und schreiten durch das Thuong Tu Tor. Keine Angst vor den vielen Motorrädern, wenn man einen berechenbar schnellen Gang einlegt und ohne Richtungsänderung gerade durch das Tor schreitet, dann wird man von denen problemlos umfahren. Im Inneren dann eine erste Überraschung: Viel Grün, wenig Bauwerke! Auch hier die Folgen des Vietnamkriegs, als die Zitadelle ausgiebig durch die Amerikaner bombadiert wurde.