Man erzählt sich, dass hier auf einer Anhöhe am nördlichen Ufer des Parfüm-Flusses, noch im Stadtgebiet Phu Xuan, dem heutigen Hue, des Nachts eine alte Frau in einem langen, roten Kleid und grünen Hosen gefunden wurde, welche behauptete, dass dieser Ort einer Gottheit gehört. Sie verlangte, dass im Namen dieser Gottheit eine Pagode gebaut werden müsse, und verschwand in den Wolken. Ja, und im Jahr des Metall-Büffels (1601) kam man diesem Ansinnen nach: Nguyen Hoang, der Begründer des Fürstengeschlechts der Nguyen, der damalige Herrscher über das südliche Vietnam hatte gerade seine Hauptstadt hierhin verlegt und ließ auf dieser Anhöhe die Thien-Mu-Pagode errichten, die Pagode der alten Himmelsgöttin oder auch Pagode der himmlischen Frau. Der recht einfache Bau wurde dann im Jahr 1665 durch den Urenkel Nguyen Phuc Tan renoviert, im Jahr 1710 kam eine gewaltige Glocke und 1844 durch Kaiser Thieu Tri der 21 Meter (sieben Stockwerke hohe) Phuoc Duyen-Turm dazu, womit die Pagode zur höchsten in Vietnam wurde. Die fünf oberen Stockwerke sind vom Parfüm-Fluss her weithin sichtbar und sollen an die fünf Manushi-Buddhas erinnern, die der Mahayana-Tradition (Kurz: "Großer Weg" - Erlösung für alle Lebewesen, um die volle Erleuchtung eines Buddhas zu erringen!) zufolge bislang erschienen sind.