Jefferson-Memorial


Da steht er in seiner 1943 fertiggestellten Rotunde, der eingefleischte Demokrat, Föderalismus-Fan und dritte Präsident der USA, Thomas Jefferson, und schaut mit unbewegter Miene auf das Treiben der Touristen um sich herum. Ob er noch mitbekommt, wie seine Ideen fortleben wie auch verworfen oder von der Geschichte für obsolet erklärt wurden? Im Jahr 1800 nach langem Patt der Wahlmänner erst im sechsunddreißigsten Wahlgang zum Präsidenten gekürt, setzte er den damals ausgebrochenen Kriegen in Europa seine Idee der Demokratie und Gewaltenteilung entgegen. Vor seiner Präsidentschaft als Botschafter nach Paris entsandt, unterstützte er die frankzösische Revolution nach Kräften und nutzte seine Verbindungen später, um im Jahr 1803 dem finanziell klammen Napoleon für 15 Millionen Dollar die im Westen befindliche und heute gemeinhin als Mittlerer Westen bezeichnete französische Provinz Louisiana abzukaufen, was die Fläche der Vereinigten Staaten etwa verdoppelte. Vielleicht wäre ohne diese Geldspritze Napoleon viel eher am Ende gewesen? Nun, nach seiner Wiederwahl im Jahr 1804 blieben größere Erfolge dann aber aus. So scheiterte die Wiederholung einer Gebietszunahme mit Geldeinsatz, der Senat und andere politischen Widersacher verhinderten den Kauf die Halbinsel Florida von den Spaniern, dieser Anschluss wurde mit politischen und militärischen Mitteln erst im Jahr 1819 vollzogen. Auch Versuche, trotz Nichteinmischung in die europäischen Kriege Großbritannien von Übergriffen (und Zwangsrekrutierungen) auf amerikanische Schiffe mittels eines Handelsembargos abzuhalten, blieben erfolglos. Im März 1809 endete schließlich seine Präsidentschaft und am 04. Juli 1826 starb er, am 50. Jahrestag der Verkündigung der von ihm als Abgesandten von Virginia zum Kontinentalkongress maßgeblich verfassten Unabhängigkeitserklärung.