Am anderen Ende der National Mall von Washington, schon fast am Ufer des Potomac, da wird eines weiteren Präsidenten der USA gedacht, diesmal dem sechzehnten, Abraham Lincoln. Geboren im Jahr 1809 im Bundesstaat Kentucky, später tätig als Farmer, als guter Redner im Jahr 1846 ins Repräsentantenhaus gewählt und sich aus wirtschaftlichen und politischen Gründen zum Gegner der Sklaverei entwickelnd, wurde er am 06. November 1860, in den beginnenden Bürgerkrieg hinein, als republikanischer Präsident gewählt. Sein Gegner war der Demokrat Stephen A. Douglas. Wie sich die Zeiten doch ändern.... Nach militärischen Niederlagen wendete sich das Kriegsglück im Jahr 1864, und am 08. November desselben Jahres wurde er nach geschicktem politischen Lavieren wiedergewählt und am 01. März 1865 vereidigt. Es wurde dann allerdings die bislang kürzeste Präsidentschaft der USA, am Abend des 14. April, nach knapp anderthalb Monaten, schoss ihn Jahn Wilkes Both, ein fanatischer Südstaatenanhänger, während einer Karfreitags-Aufführung im Washingtoner Fords-Theatre nieder, und sein Vizepräsident und dann eher blasser Nachfolger, Andrew Johnson, erntete die Früchte des Sieges über die Südstaaten. So betrachten wir uns doch einmal das zwischen 1915 und 1922 errichtet Memorial: 36 Dorische Säulen griechischen Stils symbolisieren die 36 zu Lincolns Zeiten die USA bildenden Bundesstaaten, die später dazu gekommenen sind um das Dach des Gebäudes eingemeißelt, Hawai und Alaska dagegen mittels zweier Tafeln im Boden verewigt. Innen nochmals Säulen, und da füllt er mit knapp sechs Meter Höhe den Raum, aus weißem Marmor bestehend und in einem ebensolchen Sessel sitzend: "In diesem Tempel, so wie in den Herzen der Menschen, für die er die Union rettete, ist die Erinnerung an Abraham Lincoln auf ewig festgehalten". Ein großer Staatsmann, von denen es heute viel zu wenige gibt.....