Ganz schön Zeit hat man sich gelassen mit dem Bau eines Denkmals für den ersten Präsidenten der USA und Namensgeber der Hauptstadt, George Washington! Erst im Schnittpunkt der Sichtachsen von Kapitol und Weißem Hauses geplant, wurde es dann doch wegen Baugrundproblemen aus dem Sichtbereich der Präsidenten in Richtung Kapitol verschoben. Von 1848 bis 1884 dauerte der Bau, zuerst wegen zu geringer Spendierfreudigkeit und Querelen zwischen Katholiken und ihren Gegnern um eine Spende von Pabst Pius IX. verlangsamt und ab 1858 wegen des Bürgerkrieges erst einmal ganz unterbrochen. Nach dessem Ende erbarmte sich der Kongress und bewilligte 200 000 Dollar zum Weiterbau des erst zu einem Drittel fertiggestellten Obelisken, mit 169 Metern noch vor dem Kölner Dom das höchste Steinbauwerk der Welt. Und wer die nötige Kondition besitzt, den Aufzug zu verschmähen: Die oben befindliche Aussichtsplattform ist über 897 Stufen erreichbar und als Belohnung winkt ein famoser Rundblick über Washington. Aber auch ohne teure und spärlich ausgelobte Eintrittskarten zu erwerben, der Blick AUF den Hügel mit dem Obelisken und den ihn umrundenden Flaggen der fünfzig Bundesstaaten bedeutet durchaus auch ein Erlebnis, besonders aber der vom Hügel des Lincoln-Monuments mit der Spiegelung des Ganzen in einem eigens dazu angelegten Wasserbassin, dem Reflecting Pool. So, wie es von den Erbauern wohl geplant wurde.