Es war einmal ein Irokesenstamm, welcher sich, weit vor der Ankunft der Bleichgesichter in Amerika, einen besonders eindrucksvollen Punkt für seinen Siedlungsplatz ausgesucht hat: Onguiaahra hieß die hier auf der Südostseite erbaute Langhaus-Siedlung, was sich als "Zweigeteilter Landpunkt" übersetzen lässt. Es war damals eine nur schwer zu überwindende Grenze ihres Siedlungsgebiets und bei ihrer Ehrfurcht vor den Naturgewalten bestimmt ein besonderes Erlebnis, an dem steilen Rand der über 50 Meter hohen Wasserfälle zu verweilen und über die von Göttern gestaltete mythische Lebenskraft, die Orenda, nachzudenken. Etwa 5750 qm stürzen hier, von den oberen Großen Seen kommend, zu Tal, um über den Ontariosee den St. Lorenz-Strom und später den Atlantik zu erreichen. Und das Naturschauspiel wandert, etwa 1,8 Meter pro Jahr! Die Wassermassen am Fallfuß erodieren das weiche Schiefergestein, bis oben der harte Dolomit-Überhang abbricht, insgesamt haben sich die Fälle so seit ihrem Entstehen am Ende der letzten Kaltzeit vor 11000 Jahren schon über 11 Kilometer in Richtung Eriesee bewegt. Aber auch hier hinterlässt der Mensch inzwischen seinen Fußabdruck: Ein Wasserkraftwerk mit 2,4 GW Leistung entzieht den Fällen seit dem Jahr 1961 außerhalb der touristischen Zeiten etwa 75% seines Wassers, sozusagen auf Knopfdruck wird das Naturschauspiel dann wieder in Betrieb genommen. Irgendwo Geld einwerfen wie beim Lichtenhainer Wasserfall in der Sächsischen Schweiz muss man dazu aber noch nicht. Immerhin.....