Die Zeit der großen, mehrere Tage verkehrenden Züge durch die Weiten des Mittleren Westens, die Canyons der Rocky Mountains, zu den Großen Seen oder den heißen Süden ist längst abgelaufen, wenn sich auch an der Ostküste der USA ein Eisenbahnnetz mit recht häufigen Verbindungen bis heute gehalten hat. So haben die zwei großen Bahnhöfe von New York, die Grand Central Station und die Penn Station, weiterhin ihre Berechtigung, beide im Tunnel gelegen, was Fotos vom Eisenbahnbetrieb wegen der Enge der Bahnsteige und der Fahrkartenkontrolle an ihren Aufgängen schwierig macht. Also hinaus zur Betriebswerkstatt, noch bevor die viergleisige Strecke zur Penn Station in Long Island vor der Unterquerung des East Rivers im Untergrund verschwindet! Sonnyside Yards nennt sich das riesige Areal, die Ein- und Ausfahrten dahin sind vom Bahnsteig des Haltepunkts Hunters Point gut zu beobachten. Amtrak heißt die Fernverkehrsgesellschaft an der Ostküste, deren Reichweite am Zug Nr 145, welcher da gerade zur PennStation aufbricht, zu betrachten ist: Abfahrt an der PennStation um 12:45, so brummt der Zug über Philadelphia, Baltimore, Washington und Charlottesville zu seinem Endbahnhof Roanoke in Virginia, Ankunft um 21:48. Acht Stunden Fahrzeit für 452 Meilen / 727 Kilometer, was einer Reisegeschwindigkeit von 96 km/h entspricht. Die U-Bahn der Linie 7 im Hintergrund hat es bis Hudson Yards in Manhattan nicht ganz so weit, sie wird aber auch in Kürze im Tunnel verschwinden.
Ja, und westlich der PennStation tauchen die Gleise nochmals kurz aus der Versenkung auf, Amtrak-IC Nr 82 hat hier die Hälfte seiner Fahrtroute absolviert, um 10:10 in Washington DC gestarten, wird er um 18:39 in Boston / Massachusetts erreichen. Aber es verkehren im Nahverkehr noch zwei weitere Bahngesellschaften über die Strecke, hinter dem Amtrak-Zug eine NewYork-Transit-Einheit und ganz hinten (und ganz vorne) die silbernen Wagen eines LongIslandRailroad-Zuges, für den die seitliche Stromschiene (ähnlich der Berliner S-Bahn) vorgehalten wird. Immerhin behindert der morsche Zaun meine Fotoambitionen an dieser Stelle nicht mehr, was meint Ihr: Soll ich dem morschen Drahtzaun den Rest geben und ihn in den Abgrund stoßen?