Die meisten Touristikportale und Reisebeschreibungen verengen den New York-Blick auf die zwischen Hudson und East River gelegene Halbinsel Manhattan. Und es ist auch schon ein gewaltiges Konglomerat von Hochhäusern, welches sich da in Jahrzehnten angesammelt hat! Auch Reisende, welche mit solchem architektonischen Wildwuchs nichts anzufangen wissen, werden eine gewisse Hochachtung vor den Leistungen der Erbauer nicht verhehlen können. Gegründet auf sumpfigem Boden in Höhe des Wasserstandes der umliegenden Flüsse, ragen diese Monster aus Beton und Stahl, untergraben von Versorgungsleitungen und U-Bahn-Tunneln, erstaunlicherweise sicher in die Höhe. Wer hätte das damals im Jahr 1626 gedacht, als niederländische Kaufleute hier die Halbinsel Manna-Hatta den Lenni-Lenape-Indianern gegen Waren für umgerechnet 60 Gulden abkauften. Nieuw Amsterdam hieß die hier errichtete Siedlung bis zu ihrer Eroberung durch die Briten im Jahr 1664, danach bekam sie ihren heutigen Namen. Aber warum wurde dieser Flecken schließlich zur Weltstadt und überholte damit alle anderen Städte an der Ostküste? Es war der Erie-Kanal zwischen dem Hudson River und Niagara-River, erbaut von 1817 bis 1825, welcher mit seinen 585 Kilometern Länge, sechsunddreißig Schleusen erstmals eine preiswerte Verbindung zu den Großen Seen oberhalb der Niagarafälle und den Getreide-Anbaugebieten am Ohio-River erreichte. Und natürlich die vom Atlantik geschützte und doch von Hochseeschiffen erreichbare Lage hinter der Insel Staten Islands. So leben heute auf einer Landfläche von 785 qkm, weniger als die von Berlin (892 qkm), ca 8,3 Millionen, in der gesamten Metropolregion ca 19 Millionen Einwohner.
Der Blick des Interessierten schweift von Brooklyn mit seinen Piers über den East River zu den Hochhäusern von Manhattan mit ihren davor liegenden Hafenanlagen südlich der Brooklyn Bridge. Etwas rechts neben der Mitte ist die markante Spitze des Empire State Building auszumachen. Nur wen oder was die Algorithmen getötet haben, bleibt leider im Dunkeln.