Perge


Je näher wir Perge, der Hauptstadt der Provinz Lycia et Pamphylia kommen, desto voller wird die Hauptstraße, Streitwagen, Kutschen, Menschen auf Pferden überholen uns, während unsere Sandalen die granitene Pflasterung entlang schlurfen. Der Menschenstrom schiebt sich schließlich auf das gewaltige Stadttor mit seinen beiden dreistöckigen Türmen zu, aufmerksam beobachtet von einer Kohorte römischer Legionäre. So gelangen wir durch den Innenhof und werden wenig später auf die zur Agora führende Hauptstraße gedrängt. Eine breite und schöne Straße ist es, durch Wasserpiele in der Mitte in zwei Teile getrennt und umsäumt von Kolonnaden, in denen unzählige Händler ihre Artikel aus aller Welt feil bieten. Wir suchen eine Garküche, ein Prandium, ein Mittagessen würde jetzt gut tun! Ein paar Sesterzen aufgewendet, Brot, Oliven, etwas Käse und Feigen, ein schönes Stück Schinken erworben und schon sitzen wir am Rand eines die heiße Luft mit einem Hauch von Kühle ertragbar machenden Wasserspiels und futtern uns Kraft an, die Atmosphäre mit ihren flanierenden Menschenmassen aus sicherem Abstand betrachtend. Aber nun wird es Zeit, zur Arena zu kommen, wo am späten Nachmittag das große Wagenrennen um die pamphylische Meisterschaft starten soll, deren Gewinner dann zum Circus Maximus nach Rom eingeladen würden. Wir gehören zur Partei der "Blauen", ein entsprechendes Trikot sollte schon sein und so suchen wir in den äußeren Kolonnaden des Stadions einen Fanshop. Hinein in das Stadion, bald beginnt das Rennen. Sieben Runden sind mit den Quadrigas oder auch Bigas (mit zwei Pferden) zu absolvieren, mit allen Vorausscheiden zieht sich die Veranstaltung bis in die Abendstunden hin. Peitschen knallen, Staub wirbelt auf, als immer wieder neue Gefährte herumwirbeln, es bricht schon mal eine Achse und manche lassen ihre Peitschen auch mal auf den eine Überholung versuchenden Nebenmann sausen. Das packende Finale gewinnt dann allerdings ein "Gelber". Entäuschung bei den "Blauen", über die ein wenig Wein helfen muss. Der erste Becher am Stadion, überteuert und quiecksauer. Halsabschneider! Hinein in die Stdt, wo wir eine Spelunke finden, ein kräftiges Abendbrot "Cena" und einen annehmbaren Wein. So fällt der Heimweg auch nicht mehr so schwer, auf der glatten Straße unter einem wunderbar leuchtenden Sternenhimmel, von welchem die Götter auf uns herab blicken.