Manavgat


So soll heute mal eine Stadt zu Worte kommen, welche ohne irgendeine historische Vergangenheit auskommen muss. Etwa 70 Kilometer östlich von Antalya liegt Manavgat nahe der Mündung des gleichnamigen Flusses ins Mittelmeer, nur sieben Kilometer von der antiken Stadt Side entfernt. Fruchtbar ist die Ebene hier zwischen Taurusgebirge und Meer, viel Landwirtschaft umgibt die hier wohnenden über zweihunderttausend Einwohner, von denen viele in den Stätten des Tourismus um Side herum tätig sind. Und man hat natürlich auch versucht, hier touristisch bedeutsame Punkte zu schaffen: So wurde der Fluss künstlich zu einem Wasserfall angestaut, welcher wohlgefällig vom Staatsgründer Atatürk betrachtet wird, flankiert von über das Wasser gebauten Fischrestaurants. Eine einspurige Stahlbrücke über den Fluss, in den Jahren 1931 bis 1938 von Krupp zusammengenietet, lange Zeit einzige Verbindung zwischen beiden Ufern, sollten sich Technikinteressierte vielleicht nicht entgehen lassen. Und weiter oben solle es noch zwei Stauseen geben, von denen einer wohl zum Baden freigegeben ist. Aber das wohl schönste ist für den besichtigungsmüden Touristen wohl die Fahrt, besser das langsame Gleiten über das Wasser auf dem Oberdeck eines Schiffes, versinkend in der Betrachtung der Stadtviertel nebst gewaltiger Moschee vor den (zumindest im Winter) schneebedeckten Hängen des Taurusgebirges.