Wieder so ein griechisch-römisches Städtchen, diesmal in Phrygien, gelegen so ziemlich in der Mitte von Kleinasien. Als hier das gleichnamige Reich unter dem sagenhaften König Midas im 8.Jhdt v. Chr. den Höhepunkt seiner Größe und Macht erreichte, und als Alexander der Große hier im Jahr 333 v. Chr. den sagenhaften Gordischen Knoten mit einem Schwerthieb zerteilte, gab es diese Stadt noch nicht. Oder vielleicht doch schon? Nun, erste Funde und Aufzeichnungen sichern die Existenz von Hierapolis (altgriechisch:"Heilige Stadt") um 250 v.Chr., als sie von Antiochos II. gegründet wurde. Im Jahr 17 n.Chr. durch ein Erdbeben zerstört, entstand sie in erweiterter Gestalt neu. Und wie! Thermalbäder, Brunnen, Tempel und ein gewaltiges Theater. Wie Schlangen winden sich noch heute die Bewässerungskanäle vom Berg herunter, früher gefüllt mit heißem Wasser aus den hier oberhalb und unterhalb der Stadt reichlich vorhandenen Quellen. Daneben verläuft eine der Hauptstraßen genau auf das monumentale Halbrund des Theaters zu, gesäumt von den Wohn- und Geschäftshäusern der Römer. So schreiten wir doch einmal durch den Torbogen hinein und nehmen im Zuschauerrang Platz. Man kann sich gut vostellen, wie hier vor dem Hintergrund der kunstvoll und farblich gestalteten Bühnenrückwand über Hunderte von Jahren künstlerische Aufführungen und Wettkämpfe, Rezitationsvorträge und Ratsversammlungen abgehalten wurden. Erstaunlicherweise überstand die Stadt auch die ersten Einfälle und die Landnahme der Turkvölker, bis alles im Jahr 1334 durch ein erneutes Erdbeben zerstört wurde. So bleibt uns heute nur die Betrachtung dessen, was dabei und nach dem folgenden knapp 800-jährigen Nagen des Zahnes der Zeit von dieser Metropole übrig geblieben ist.
Aber woher nahm diese Stadt den Reichtum, hier mitten am Rand des Taurusgebirges? Ohne große oder wenigstens fruchtbare Acker- oder Weideflächen? Die Erde sorgte dafür! Das aus den Quellen rinnende heiße, kalkhaltige Wasser ließ sich ideal nutzen zum Färben von Wolle und anderen Textilien. Webereien, Färbereien und der Handel mit den entstandenen Textilien bildeten die Grundlagen für das Wohlergehen des Ortes.
Diese heißen Quellen sprudeln auch heute noch aus den Abhängen. Aber dazu nebenan mehr....