Antalya


Antalya? Eigentlich in Deutschland als (Haupt-)Urlaubsort bekannt, mit Liegen und Sonnen am Strand des Mittelmeeres, mit Festivitäten im lauen Abendlicht, und eigentlich nicht als Stadt mit Geschichte. Diese ist aber ebenfalls präsent, wenn auch nicht so spektakulär wie die anderer Städte. Pamphylien wurde schon im 12. Jhdt v. Cr von Griechen besiedelt, im Jahr 332 v Chr. von Alexander dem Großen erobert. Nach seinem Rückzug kam es dann zur Stadtgründung im Jahr 159 v Chr. durch König Attalos II. von Pergamon, unter dem Namen Attalela. Nicht durch Eroberung, sondern durch Erbschaft gelangte die Stadt im Jahr 133 v Chr. an das Römische Imperium. Die Stadt blühte auf, ein bedeutender Hafen zum Einschiffen auf der Verbindung von Konstantinopel nach Zypern, Ägypten bzw. Palästina. Mit dem Niedergang des byzantinischen Reiches wechselten die Machthaber in schneller Folge: Seldschuken, Kreuzfahrer, Templer, französischstämmiger Könige aus Zypern, Osmanen wechselten sich ab, die Stadt verarmte und nach endgültiger Machterlangung der Osmanen im Jahr 1426 waren auch die Handelswege zum weiterhin genuesisch-venezianischen Zypern bedeutungslos geworden. Ein Landstädtchen war entstanden, allzuviele geschichtsträchtige alte Gebäude haben die Zeiten hier nicht überdauert. Am Hafen ist noch ein wuchtiger Teil der Stadtmauer erhalten, von dort aus zieht sich eine kleine Altstadt bis hoch zum aus römischer Zeit stammenden Hadrianstor und zum Uhrturm, dem einzigen erhalten gebliebenen Wehrturm an der ansonsten geschleiften nördlichen Stadtmauer, in osmanischer Zeit mit einem Uhren-Aufsatz versehen. Erst im 16. Jhdt erhielt das Städtchen ein größeres islamisches Gotteshaus, die nach seinem Stifter Mehmet Pascha benannte Moschee. Es lohnt sich schon, ein paar Tage in der aufstrebenden Touristenmetropole zu verweilen und die Gegensätze zwischen restaurierten Gebäuden an der Touristenmeile und verfallenen Häusern in abseitigen Gassen zu betrachten. Und dem Überdrüssigen winkt dann das vom Meer her gewaltig aufragende Taurusgebirge mit seinen schroffen, oftmals umwölkten Gipfeln, vor deren Panorama manch ein Wassersportvergnügen durchaus seine Reize entfaltet.