Schreiten wir doch durch das Tor der Begrüßung und erreichen so den eigentlichen Topkapi-Palast. Wieder ein Park mit schönen alten Bäumen, viel Grün und seitig angelegte Gebäude. Um den abgschlossenen Kernbereich handelt es sich hier jedoch immer noch nicht, es sind hier palastnahe Dienstleistungen angesiedelt. Rechterhand die Palastküche, erkennbar an den zahlreichen Schornsteinen. Bis zu 4000 hier im Palastbezirk lebende Menschen wurden durch bis zu eintausend hier als Küchenpersonal Beschäftigte versorgt, alten Quellen zufolge wurden täglich bis zu 70 Gänge aufgetischt sowie jährlich 30000 Hühner, 23000 Schafe, 14000 Kälber und Unmengen von Obst und Gemüse verarbeitet, riesige Töpfe und Kessel sowie Bronze- und Kupfergeschirr können besichtigt werden. Einige Räume beherbergen heute die drittgrößte chinesisch-japanische Porzellan- und Silberwarensammlung der Welt, auch europäische Artikel finden sich hier. Aber wenden wir uns nun der linken Seite des Parks zu. Was wäre ein orientalisches Volk ohne Pferde? Und so warten hier die besten Exemplare des Sultans auf ihre Benutzung, daneben hatte die Palastwache ihr an den Harem grenzendes Domizil. Der Harem, eine eigene Geschichte... Huch, wenden wir uns doch lieber zuerst weltlichen Dingen zu, geradezu lädt das interessanteste Gebäude des Hofes zur Betrachtung ein. Hier in diesem von Galerien umrandeten durchaus repräsentativen Bau tagte der Imperiale Rat, eine Art Parlament und Oberstes Gericht des Osmanischen Reiches, überragt vom Turm der Gerechtigkeit, welcher wohl einen gewissen Anspruch darstellen sollte, dem er bestimmt nicht immer gerecht werden konnte, immerhin war ja der jeweilige Sultan der absolutistische Herrscher über das Riesenreich. Sei es wie es sei, ein großer Ratssaal nimmt den größten Teil des Gebäudes ein, darin noch ein Thron des Sultans und flankiert von mehreren, unterschiedlich ausgestatteten kleineren Räumen für verschiedene informelle Zwecke und bestimmt auch für wartende Vorgeladene oder auch Delinquenten. Linkerhand versperrt der auf der Grenze zum dritten Hof befindliche Harem den weiteren Weg, und so durchqueren wir das rechterhand befindliche Tor der Glückseligkeit auf dem Weg dorthin. Aber nur mit Erlaubnis des Sultans, denn nur mit dieser entgehen wir beim Eintreten in die eigentlichen privaten Gemächer saftigen Strafen bis hin zum Köpfen.