Zehn Jahre benötigten die Bauleute Konstantinopels unter Kaiser Justinian im 6.Jhdt, um zeitgleich mit der Hagia Sophia und der Erweiterung des Großen Kaiserpalastes ein gewaltiges unterirdisches Wasserreservoir in den Boden der Stadt zu graben, die Cisterna Basilika. Zwölf Reihen von 28, insgesamt also 336 jeweils acht Meter hohen Säulen mit überwiegend korinthischen Kapitellen tragen das insgesamt 138 Meter lange und 65 Meter breite Gewölbe. Ca 80.000 Kubikmeter bestes Trinkwasser, über Tunnel und Äquadukte aus dem heutzutage so bezeichneten "Belgrader Wald" nordwestlich von Konstantinopel herangeleitet, konnten so vorrätig gehalten werden, für eine Großstadt, sei es unter byzantinischer, sei es später unter osmanischer Herrschaft, ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Wenn auch die alten Leitungen inzwischen zerfallen sind und der Wasserspeicher als Relikt einer vergangenen Zeit außer zu Museumszwecken nicht mehr genutzt wird, so legen diese Arrangements doch Zeugnis ab von dem hohen Wert, welcher der Wasserversorgung in der Antike mit ihrer Bäder- und Brunnenkultur beigemessen wurde. Und natürlich auch von der Qualität der damals entstandenen Bauwerke.