Liebestal


Ein Liebestal? Und das in Kappadokien, in der moslemischen Türkei? Nein, da liegt Ihr natürlich völlig falsch! Nein, wirklich, es handelt sich bei den zugegeben anzüglichen Gebilden um riesige Gemeine Stinkmorcheln (lat.: Phallus impudicus), einem anfangs durchaus schmackhaften Speisepilz mit charakteristischem nussigen Geschmack. Aus dem Hexenei genannten jugendlichen Zustand, für Kenner in Butter gebraten eine Delikatesse, erwächst dann dieses ungenießbare Gebilde, von welchem die Aliase Gichtmorchel, Leichenfinger, Pfurzglocke, Eichelschwamm oder Aasmorchel dessen Eigenschaften ziemlich treffend beschreiben. Und da diese Exemplare nach tausenden Jahren Wachstum wirklich schon älter sind, sollte man nicht mehr unbedingt hineinbeißen. Nur, erstaunlicherweise stinkt da nichts! Und nun? Vielleicht doch etwas ganz andere Gedanken machen? Auf jeden Fall aber ist die Natur eben doch der vielseitigste Künstler, sie schöpft aus ihrem Reservoir die wunderlichsten Dinge!