Eine gewaltige Felsnase etwa fünf Kilometer nördlich von Göreme muss geradezu eingeladen haben, sie mit religiösen Bauten auszuhöhlen. Und so wurde hier vermutlich schon im 5.Jahrhundert n.Chr. eine der größten Kirchen in den Fels gehauen, die Johannes-, oder auch Täuferkirche. In den Jahren danach wurde sie zu einem religiösen Zentrum erweitert und im 11.Jhdt n.Chr. durch eine weitere Kirche, heute von den Einwohnern als Taubenschlagkirche bezeichnet, ergänzt. Aber der Zahn der Zeit nagte an den umfangreichen Bauten und als im Jahr 1924 die letzten orthodoxen Christen das Land im Rahmen des Bevölkerungsaustausches mit Griechenland verlassen mussten, beschleunigte sich der Verfall oberhalb des inzwischen gegründeten muslimischen Dörfchens Cavusin, deren Bewohner die Bauten als Viehställe oder ähnliches nutzten. Bis sie im Jahr 1963 durch eine gewaltige Erschütterung aufgeschreckt werden! Ein Erdbeben? Schnell ins Freie! Gewaltige Massen an Gestein poltern in einer riesigen Staubwolke zu Tal, die gesamte Südseite des Felsens hat sich in wenigen Sekunden aufgelöst und die umfangreichen Räumlichkeiten liegen von nun an wie Wunden im Fels offen da, der weiteren Verwitterung preisgegeben. Sehr gut kann man nun auf den Bildern die überstehende, schützende Schicht härteren Gesteins über dem weggebrochenen Tuff erkennen. Aber wie lange hält das alles noch? In Deutschland wäre alles längst großflächig abgesperrt worden, hier jedoch kann man auf den Felsen herumklettern, nur beschränkt durch das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und unter gelegentlicher Mahnung anhand aufgestellter Gefahrenschilder.