Keppel Bay


Heutzutage gehört es sich wohl für eine größere Stadt, über eine Marina zu verfügen. Irgendwie und irgendwo muss das viele Geld der Reichen ja auch angelegt werden. Man kann das gut oder auch schlecht finden, aber es entspricht irgendwie der menschlichen Natur. Und so gibt es solche Einrichtungen auch in Singapur, obwohl die Möglichkeiten der Bootsnutzung ohne Überschreitung einer Landesgrenze hier doch eher sehr bescheiden sind. Als sich Captain Sir Henry Keppel, welcher sich im Jahr 1848 zur Reparatur seines bei Kämpfen mit Piraten beschädigten Kutters in den schon seit dem 13. Jahrhundert hier befindlichen Hafen flüchtete und, da er schließlich der Sohn eines hohen Adligen der britischen Kolonialmacht war, dieser schließlich im Jahr 1900 nach ihm benannt wurde, ahnte noch niemand etwas von einer über einhundert Jahre später einsetzenden Entwicklung. Und die begann, als sich der Hafen mit den drei ins Land ragenden Becken an der schmalen Wasserstraße zum vorgelagerten Keppel Island für die riesigen Tanker, Massengutfrachter und Containerschiffe als zu klein erwies und ein neues Gelände weiter westlich dafür neu entwickelt wurde. Aber was nun aus der alten Anlage machen? Wohnen am Wasser geht eigentlich überall, dachte man sich. Und so entstand hier eine neue Wohnanlage, Corals at Keppel Bay genannt, mit Wassergrundstück und in Laufnähe zur in der im Bay neugeschaffenen Marina geankerten Jacht. Und wenig später daneben auch ein paar luxuriöse Hochhäuser nach dem Entwurf von Daniel Libeskind mit bemerkenswerten Umrissen und 160 Metern Höhe, mit 1.129 Wohneinheiten und ca 84.000 qm Wohnfäche, die Reflections at Keppel Bay, eingeweiht im Jahr 2011. Ob da die 168 Liegeplätze für bis zu 590 Fuß-Superjachten noch ausreichen?
Aber das Flair beim Durchschreiten der Anlage, ja das ist durchaus bemerkenswert. Mittelmeer-Urlaubsfeeling kommt auf, besonders auf der restaurantgesäumten Uferpromenade von Keppel Island und wer möchte, kann auch noch eine Jacht oder vielelicht auch nur ein Boot mit Besatzung für einen kurzen Trip um ein paar Inseln innerhalb des Stadtgebietes chartern.