Singapore River


Der Singapore River trennt die Gebiete mit den Gebäuden aus der Gründerzeit der Stadt unter britischer Herrschaft von denen des Business-Viertels, welche sich nicht sonderlich von denen der Städte anderer asiatischer Tigerstaaten unterscheiden. Links die zu ihrer Zeit modernen Bauten, heute ein Kunstmuseum und eines etwas hochtrabend als "Asians Civilisations Museum" bezeichnetes Objekt und die Victorias Concert Hall beherbergend. Aber der Business überragt alles, in vorderster Front das Hochhaus der malaiischen Maybank, daneben weiß und unschuldig die Bank of China, gefolgt von CapitaLand, einem einheimischen Immobilienspekulanten. Die UOB-Bank schließt sich mit zwei Türmen an, nach der wurde auf dem Boden in den Häuserschluchten sogar das ganze Gelände drumherum benannt. Und da sind sie alle versammelt, finanzieren ihre teuren Hochhäuser und die darin wirkenden Spezialisten nicht nur in Singapur mit Spekulationsgewinnen und im Notfall unser aller Geld. Die wahren Herrscher auf unserem Planeten. Geradezu harmlos dagegen anzuschauen ist das sich gleich einem Schiff in den Himmel erhebende Marina Bay Sands Hotel. Irgendwann wird das Pendel der Geschichte wieder in die andere Richtung ausschlagen, hin zu autokratischen Regimen abseits großer Banken und zunächst abseits von Europa. Nein, nicht so plump wie in Russland oder bei kommunistischen oder faschistischen Diktaturen, nein, eher so wie in Chinas Überwachungsstaat oder auch unauffälliger, wenn man es so will, wie in Singapur.