MRT


Als im März 1982 nach langen Diskussionen in Singapur die Entscheidung für ein Metro-System anstelle einer Ausweitung des Busverkehrs gefallen war, ging man zügig an die Planung und Realisierung der ersten beiden Linien, so dass zwischen dem 7. November 1987 und dem 6. Juli 1990 die East-West-Line und die Nord-East-Line dem Betrieb übergeben wurden, immerhin (mit einigen Erweiterungen um die Jahrtausendwende) auf einer Länge von 50 bzw. 45 Kilometern. In der Innenstadt unterirdisch, außerhalb dieser dann zumeist oberirdisch und damit auch heute noch mit einem Fahrer besetzt. Alle weiteren ab dem Jahr 2009 in Betrieb genommenen Linien verkehren nur noch unterirdisch und fahrerlos, so dass man an der Spitze des scheinwerferlosen Wagenzuges in den dunklen, zumeist unbeleuchteten Tunnel schauen und die Annäherung von Lichtpunkten der nächsten Station beobachten kann, bevor der Zug dann exakt an der vordefinierten Stelle zum Halten kommt und sich die Türen der Bahnsteigsperre synchron mit denen des Zuges öffnen. Über zweihundert Kilometer Länge misst das Streckennetz inzwischen, nach den Planungen der nächsten zehn Jahre soll sich diese Zahl noch verdoppeln. Auch das Tarifsystem ist gut praktikabel: Eine Karte, vor dem Fahrtantritt an einem Schalter oder Automaten aufgeladen, wird an der Sperre ausgelesen und der Fahrpreis beim zweiten Auslesen zum Verlassen des Bereiches je nach gefahrenen Kilometern abgezogen, je nach Rush-Hour, Vormittag oder Tagesrandlagen unterschiedliche Beträge, aber um einiges weniger als die in Deutschland üblichen Summen. Was der Sicherheit einen Schub verpasst, ist allerdings für einen Fotografen Gift, auf den Tunnelstrecken sieht man eigentlich von einem Zug nur noch einen heran- und weghuschenden Schatten hinter der Bahnsteigsperre, so dass nur Fotos von den beiden älteren Linien möglich sind, am besten von einem der zahllosen Hochhäuser. Und so auch hier auf dem Bild: Ein Zug der Baureihe C 151, zur 1986 bis 1989 bei Kawasaki Heavy Industries in Japan gebauten Grundausstattung von 396 Wagen gehörend, verlässt Bishan, den Knotenpunkt der Nord-Süd-Strecke mit der Circle Line in Richtung Norden, er wird gleich über die Einmündungsweiche der Strecke zum gleichnamigen Depot (links unten angerissen) rumpeln und wenig später in einer langgestreckten Linkskurve auf dreigleisiger Strecke den nächsten Bahnhof Ang Mo Kio erreichen. Die beiden auf der Ang Mo Kio Avenue 8 an der Haltestelle Christ The King Church haltenden Busse gehören den beiden in Singapur "konkurrierenden" Bus- und U-Bahn-Unternehmen SMRT (rot) und SBS Transit (grün).