Kusu Island


Reichlich fünf Kilometer von Singapur entfernt liegen in der gleichnamigen Verbindung vom Stillem zum Indischen Ozean ein paar kleine Inselchen, teilweise zum Stadtstaat, teilweise auch zu Indonesien gehörend. Und die zu Singapur gehörenden sind recht einfach mit dem Schiff von Marina South Pier erreichbar. Seine Ansprüche sollte man allerdings nicht an der etwas großspurigen Bezeichnung "Inselhüpfen" messen, der stündlich verkehrende Kahn legt zuerst in St. John an, einer kleinen Insel mit einem Strand, einem Natur-Bungalowpark und dem National Marine Laboratory mit einer kleinen Ausstellung zur Meereskunde, mittels einem Damm mit dem Lazarus-Island verbunden. Die Strände sind hier nicht sonderlich bemerkenswert, aber die Aussicht auf die Skyline von Singapur entschädigt doch. Später besteigen wir doch nun das nächste Schiff zur kleinsten Insel, dem Kusu-Island, der Schildkröteninsel! Man erzählt, dass sich hier in grauer Vorzeit eine Riesenschildkröte in eine Insel verwandelte, um einen malaiischen und einen chinesischen Skipper zu retten, welche hier an dieser Stelle Schiffbruch erlitten hatten. Und die beiden waren darüber so dankbar, dass sie hier einen muslimischen und einen taoistischen Schrein errichteten. Grund für viele Pilger, hier besonders im neunten Mondmonat nach chinesischer Zeitrechnung, gelegen zwischen September und November, ihre religiösen Riten abzuhalten. Mit den Jahren entstand aus den beiden kleinen Spitzen zweier Riffe durch Aufschüttung die heutige Insel mit einer Größe von 85.000 qm, auch um die zur jährlichen Wallfahrt hier einströmenden bis zu 100.000 Pilger aufzunehmen. Aber damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende: Ein reicher Chinese, Chia Cheng Ho, spendete viel Geld, und so wurde im Jahr 1923 der Da Bogong Tempel auf der Insel errichtet und dem Gott des Wohlstandes gewidmet, einem Gott, zu dem bestimmt nicht nur Chinesen gerne mal beten, aber diese bestimmt in besonderem Maße.