Im Norden von Singapur an der gleichzeitig die Grenze zu Malaysia bildenden Straße von Johor, da existiert ein weiteres Natur-Reservat, das Sungei Buloh Wetland Reserve. Und hier hat man das Ufer naturnah belassen, so dass sich ob der Gezeiten eine teilweise von Mangroven bewachsene Wattlandschaft erhalten hat. Aber naturnah heißt in Singapur nicht unbedingt, dass die Wege nicht auch mit Badelatschen oder sogar Stöckelschuhen begehbar sind! Ein Rundkurs auf Stelzen, beplankt mit sauber gefrästen Holzlatten, macht das Durchqueren des Küstenwaldes zum Spaziergang. Wenn nicht diese schwüle Hitze wäre! Auch ein Hinaustreten zu einem Aussichtspunkt am Wasser bringt keine Abkühlung, wohl aber einen Panoramablick auf die malaiische Stadt Johor Baru mit sich. Auch dort Hochhäuser, wenn auch architektonisch nicht ganz so interessant wie im viel reicheren Singapur, in das viele der Bewohner täglich zur Arbeit pendeln, wenn sie nicht in einem Unternehmen dort arbeiten, welches mit der Belieferung der Metropole seine Brötchen verdient. Die langen Reihen spitzer Hölzer mitten im Watt sollen wohl das Anlanden von Salzwasserkrokodilen verhindern, vor denen auf diversen Schildern entlang des Rundweges gewarnt wird. Ob's hilft: "Keine hektischen Bewegungen, und sich langsam zurückziehen"? Andere Schilder fordern dazu auf, ungewöhnliche Beobachtungen an die Sicherheitsorgane zu melden, zwischen den beiden ungleichen Nachbarn dürfte die Versuchung zum Schmuggel oder zum illegalen Grenzübertritt durchaus vorhanden sein.