Da stehen sie nun im Gelände der Gardens by the Bay herum, die bis zu 50 Meter hohen Stahlgerüste, bewachsen mit seltenen Pflanzen. Wer baut so etwas, nur zur Freude an Botanik? Und wer verbindet die beiden äußeren Türme mit einer 128 Meter langen freischwebenden Hängebrücke, dem Skyway, und verlangt von den Heraufsteigenden auch noch deftigen Eintritt? Etwas ratlos stehen die Touristen im gleißenden Tageslicht und verrenken sich die Köpfe beim Blick nach oben. Aber wartet nur auf den Abend.....
Die letzten Farbtöne der Dämmerung versinken im samtenen Tropenhimmel, da erwachen die Türme zum Leben, fangen an, in den verschiedensten Farben und Formen zu erstrahlen, werden geradezu lebendig, sogar die Pflanzen an ihrem Stamm erleuchten, fangen den Blick der Besucher ein und lenken ihn nach oben zu einer Orgie von Licht, welche sich bis in die filigranen Astspitzen ausbreitet. Welch ein Augenschmaus! Dazu serviert der Oberkellner Musik von klassisch dezent bis zum basslastigen Dreivierteltakt, die Fans der verschiedenen Stilrichtungen miteinander versöhnend. Zweimal allabendlich schlägt die "Gardens Rhapsodie" sich unten niedergelassene Touristen, aber auch viele Einheimische, in ihren Bann, bis schließlich alles erstirbt. Nein, nicht alles, ein ruhiges Leuchten verbleibt den Türmen und ermöglicht den Betrachtern, die Erlebnisse noch ein bißchen sacken zu lassen und in zufriedener Stimmung den Heimweg anzutreten. Und wer eines der Zimmer im berühmten Hotel "Marina Bay Sands" gleich nebenan gemietet hat, der hat noch nicht einmal diesen Heimweg vor sich. Für jeden ist etwas dabei. Selbstredend verbergen sich in den Türmen noch weitere Besonderheiten: Photovoltaik sammelt den Tag über Elektrizität für die abendliche Beleuchtung, und die Bauten dienen als Kühltürme für die Kühlsysteme der naheliegenden Glashäuser. Auch die Niederschläge werden hier zur Bewässerung der Pflanzen gesammelt.