Mitten im Urubambatal an der Straße von Aguas Calientes nach Machu Picchu weist ein hölzernes Tor den Weg zu "Mari Posas Butterflyhouse", von den zumeist mit Bussen an- und abreisenden Touristen leider unentdeckt. Seine beiden Flügel stehen offen, "Aberto" verheißt ein Schild am linken Pfosten. So steigen wir doch einmal den dahinter beginnenden schmalen Pfad hinab! Ein kleines Paradies tut sich auf, rechterhand ein Haus mit einer überdachten Veranda, in der bequeme Sitzgruppen zum Beobachten von Vögeln an der nahen Futterstelle einladen. Und diese ist gut gefüllt, duftende Bananen ziehen unzählige bunt Gefiederte an, lassen ihnen buchstäblich das Wasser im Schnabel zusammenlaufen. Was für ein Zwitschern, Tschilpen, nur unterbrochen von zuweilen eintreffenden oder verschwindenden menschlichen Beobachtern. Ja, und dann sind wir dran, ein Guide bedeutet uns zu folgen und das linkerhand angeordnete geheinmisvolle Zelt zu betreten. Ein Weg schlängelt sich durch das Gewirr tropischer Pflanzen, links und rechts Schautafeln, zumeist die einzelnen Entwicklungsstadien von Schmetterlingen darstellend. Von Eiern über Raupen und Puppen ist dazu auch in Natur alles aufgereiht, alles, was sich später einmal flatternd auf der Suche nach Nektar und anderem Freßbaren durch das Zelt bewegen wird, um später einmal ausgewildert zu werden. Und so ist der Miniatur-Urwald mit Flatterern wohl gefüllt, von denen unbedingt der eindrucksvollste genannt werden muß: Morpho Peleides, der Blaue Morphofalter. Es ist auch der größte, zumindest hier, bis 120 mm beträgt seine Flügelspannweite. Eigentlich wirkt er mit seinen braungrauen Streifen von außen gar nicht so außergewöhnlich, nur die gelbumrandeten Augen lassen mehr vermuten, wenn er seine Flügel öffnet. Und so ist es! Strahlendes Blau leuchtet uns entgegen und kontrastiert bei fließendem Übergang mit den schwarzen Rändern, durchbrochen von mehr oder weniger regelmäßigen hellen Punkten. Aber das Erstaunlichste kommt noch: Die Interferenz des Lichtes bewirkt die intensive Färbung und nicht etwa irgendwelche Farbpigmente. Es ist doch immer wieder bemerkenswert, welche Lebewesen die Natur mit schier unendlichem Ideenreichtum hervorbringt!