Central Plaza, der Hauptplatz von Machu Picchu, befindet sich gemäß seiner von den Entdeckern der Stadt stammenden Bezeichnung inmitten der Stadt. Steigen wir doch einmal vom Hanan, den Kult- und Wohnstätten der Aristrokatie, wo wir uns bislang bewegt haben, herab und nähern uns dem Hurin, dem urbanen Viertel auf der anderen Stadtseite. Heute kann man hier auf dieser bemerkenswert großen und ebenen Grasfläche Bekanntschaft mit friedlich grasenden Lamas machen, es ist allerdings nicht überliefert, wie dieser Platz zu Inkazeiten ausgesehen und wie er geheißen haben mag. Nur war er zwischen schroffen Abhängen, engen Wegen und terassierten Feldern wohl der einzige Ort zum Zusammenkommen der Bewohner, nicht nur zu religiösen Zeremonien und Festen. Kurzum die Sphäre, in der die verschiedenen sozialen Klassen von Machu Picchu aufeinander trafen. Während die Kultstätten des Hanan strikt der Aristokratie und den Priestern vorbehalten waren, stellten die Ritualfeiern und die allen zugänglichen Orte auf dem Platz und in den angrenzen Vierteln ein wichtiges, strukturierendes Element der Inka-Gesellschaft. Und wenn es so etwas wie einen Wochenmarkt damals gegeben hat, ja wo hätte dieser sonst stattfinden können? Vielleicht war die mit der Möglichkeit des Umbauens in allen Richtungen ausgestattete ebene Fläche für die Inkas mit ihren begrenzten technologischen Möglichkeiten, ohne das Rad und bis auf Lamas ohne nutzbare Zug- und Lasttiere, der letzte Anstoß gewesen, gerade hier eine Stadt zu erbauen?