Eigentlich nur einer von den unzähligen sich beim Besuch von Machu Picchu auftuenden Ausblicken, welche beim hingerissenen Betrachter um den bleibendsten Eindruck konkurrieren, aber wohl einer der gewaltigsten! Und so errichteten die Erbauer der Stadt genau an dieser Stelle und nur wenige Meter vom Königspalast entfernt zu Ehren der Söhne des Sonnengottes Inti als Begründer des Inka-Reiches, Manqu Qhapaq und Pachakamaq, den Sonnentempel. Besonders zur Sonnenwende fanden hier entsprechende Zeremonien statt, um an die Ankunft der beiden Brüder auf der Sonneninsel im Titicaca-See zu erinnern. Wahrscheinlich zeigte sich der Sapa Inka, der Sonnenkönig, zu solchen besonderen Ereignissen auf dem Turm des Tempels seinen weiter unten auf dem Hauptplatz versammelten Untertanen. Analogien zu europäischen Verhältnissen sind natürlich nur rein zufällig! Aber der Unterbau des Tempelturms mutet etwas ungewohnt an, in ihm befindet sich ein königliches Grabmal, so daß die Redewendung:"Mit einem Bein im Grab stehen" hier unversehens eine materielle Entsprechung erfährt.
Nun, sei es wie es sei, den grandiosen Blick hinunter in das Urubambatal sollte man sich auch ohne die etwas weiter unten von links her vorbeidefilierenden Verehrer nicht entgehen lassen: Etwa 400 Meter tiefer liegt der Fluß hier, umrahmt von mehr oder weniger perfekt geformten Zuckerhüten, wobei der genau gegenüberliegende Cerro Putukusl den ein wenig pedantischen, nein, natürlich den harmonieliebenden Betrachter zum gedanklichen Korrigieren der umgefalteten rechten Seite animieren mag. Aber die Natur ist eben nicht ordentlich im menschlichen Sinne, sie hat da ihre eigenen Vorstellungen.