So riesig die Unterschiede zwischen den Kasten des Inkareiches vom Sonnenkönig bis zum einfachen Bauern auch waren, bei Annäherung eines die Stadt Machu Picchu aus Richtung Cusco erreichenden Reisenden hatten alle beim Heraustreten aus dem Nebelwald denselben grandiosen Blick auf die von einer Schleife des Urubambatales umgrenzte 1000 Seelen-Stadt. Oh Fremder, so Du Dich sattgesehen hast, schreite doch durch die terassenförmig angelegten Felder hinab zur Stadtmauer, deren Tor (an der Grenze vom mittleren zum rechten Bilddrittel) Du, so die Wachen gerade gute Laune haben, auch problemlos durchschreiten wirst. Halte Dich nun links, so gelangst Du vorbei an den Räumen der Wachleute und später an Sonnentempel und Königsgrab sowie einem rituellen Brunnen geradewegs zum Königspalast, welcher natürlich durch seinen gegenüber den anderen Bauten großzügigeren Grundriß besticht. Aber nein, der noch größere Platz fast in der Bildmitte ist es dann doch nicht, hier befindet sich das religiöse Zentrum der Stadt mit Haupttempel und dem Tempel der drei Fenster. Direkt vor einem Hügel mit dem Intihuatana, dem sonnenuhr-bestückten Hort der Astronomen und Sterndeuter. Mindestens solltest Du nun zum direkt am Fuß des zuckerhutförmigen Huayna Picchu (dem neuen Gipfel) befindlichen heiligen Fels schreiten, zum Gebet, den Göttern für ihren Schutz während Deiner Wanderung zu danken und ihre Hilfe bei Deinen weiteren Unternehmungen zu erflehen. Hungrig und müde nach Erledigung Deiner religiösen Pflichten? So kehre Dich doch um und schreite auf der anderen Seite des für Prozessionen und Feste genutzten Hauptplatzes in das Gewerbe- und Handwerkerviertel hinein, um etwas zu essen und ein warmes Nachtlager für Dein Haupt zu finden.