Viel Verkehr herrscht heute auf dem schmalen Inka-Pfad von Machu Picchu nach Cusco: Bauern auf dem Weg zu ihren kleinen, den steilen Hängen abgetrotzten Feldern, wichtige Nachrichten aus den entlegensten Gegenden des entlang der Anden über 5000 Kilometer ausgedehnten Reiches bis zu 400 Kilometer am Tag transportierende Stafettenläufer (Chasquis) in Eile, denen man, wie auch der gerade nahenden Soldatengruppe lieber ausweichen sollte, um nicht umgestoßen zu werden. Da, ein Schnauben hinter mir! Ein Händler führt sein hoch beladenes Lama, beide, Mensch und Tier, trappeln heran, trotz gewisser Eile jeden Fuß und Huf mit traumwandlerischer Sicherheit berggewandter Lebewesen auf die unregelmäßigen Steinquader setzend. Und der in den Fels gehauene Weg ist ziemlich schmal, er führt über dem etwa 400 Meter tiefen Abgrund zum Urubamba-Tal um den Machu Picchu-Berg herum. Ja und dann erst die Brücke, vorbei an einer senkrechten Felswand! Ihre Fundamente geschichtet von behenden und schwindelfreien Kletterern auf nackten Felsvorsprüngen über der bodenlosen Tiefe weiter unten, ohne Platz für irgendeinen Menschen und Tiere schützenden Steinwall! Macht Platz, kommt es barsch von hinten und schnell quetsche ich mich an die Felswand: Ein hoher Würdenträger, gar der Sapa Inka, der Sonnenkönig? Behende traben die Träger mit ihrer Sänfte vorbei und passieren die Brücke ohne einen den sicheren Tod bedeutenden Fehltritt, um wenig später gegenüber im Nebelwald zu verschwinden, wo sich irgendwo der Eingang zu einem weiteren Bestandteil dieses Pfades befindet, ein mehrere hundert Meter langer Tunnel auf die andere Bergseite. Würdet Ihr / würden Sie sich dort entlang trauen?