Den Sonnenaufgang in Machu Picchu erleben! Man sollte es auf jeden Fall versuchen: Wecken um 04:00 Uhr in der Herberge, um sich eine Stunde später im Nieselregen in die schier endlose Schlange zum Bustransfer einzureihen! Gegenseitiges Mutmachen: Vielleicht herrscht ja 400 Meter höher besseres Wetter? Diese Hoffnung erstirbt in kleinen Schritten, als sich der Bus Haarnadelkurve um Haarnadelkurve nach oben kämpft, während der stärker werdene Regen gegen die Scheiben pladdert. Erste Dämmerung spendet fahles Licht beim Aussteigen und beim Überstreifen der Regenumhänge, am Einlaß vorbei führt der Weg in das Gelände, über das Regenwolken jagen und ihre nasse Fracht hier abladen. Und die gebuchte Tour verheißt einen Aufstieg von ca 600 m zum namensgebenden 3060 Meter hohen Gipfel Machu Picchu, also Stunden in der freien Natur. Angestrengter Optimismus, Mutmachen ist gefragt, Alternativen gibt es nicht. Vorerst führt der Weg an den rechterhand irgendwo unsichtbar daliegenden Ruinen der Stadt vorbei. Wirklich unsichtbar? Da, plötzlich lichtet sich der Nebel wie ein zum Beginn einer Theatervorstellung hochgezogener Vorhang und aus dem grauen Nichts schälen sich Konturen alter Inkabauten heraus, im Hintergrund der Zacken des Huayna Picchu. Schnell die Kamera gezückt, und schon verschwindet das ganze Panorama wieder im Grau der Dämmerung. Was war das, haben die Götter der Inkas ihre Hand im Spiel, wollen sie uns Mut machen oder uns eher verhöhnen? Wir werden es an diesem Tag noch herausfinden.....