Tunnel sollte man, so sie auf der Wegestrecke durch die Anden angekündigt sind, durchaus ernst nehmen. Dieser hier ist roh in den Stein gehauen und erwartet den kühnen Reisenden mit seinem finsteren, unverkleideten Schlund, bereit, das schon lange nicht mehr weiße Automobil zu verschlingen. Dort durch? Ja, wenn man denn ein Ziel auf der anderen Seite erreichen will. Vorsichtiges Herantasten, die Scheinwerfer leuchten die unregelmäßigen Wände aus und versuchen, etwas über die Zuverlässigkeit des Untergrundes zu erleuchten. Nicht sehr weit, denn eine Kurve begrenzt ihren Aktionsradius ziemlich. Was, wenn da drin einer der gefürchteten, mit ihren riesigen Reifen schlammspritzenden LKW's entgegenkommt? Na dann, das letzte Quentchen Mut gesammelt und durchgefahren. Aufatmen. Ging doch! Eine lange einspurige Überbrückung einer tiefen Schlucht schließt sich an, an deren anderem Ende schon ein weiteres schwarzes Loch mit anwachsender Bedrohlichkeit wartet. Wieder tastende Scheinwerferstrahlen, und natürlich wieder eine Linkskurve - und.... ein See! Da durch? "Habt Vertrauen zu Euren Vorgängern", von der inneren Stimme ist nur noch ein ängstliches Wispern zu vernehmen. Natürlich schleudern die Räder ein wenig, kaum der Rede wert für diese Straße, und der Unterboden wird zum zigsten Mal von schlammiger Brühe "gereinigt", aber da winkt auch schon wieder die Helligkeit des Tages und wenig später schenken wir den rückwärts entschwindenden immerhin modernen Warnschildern noch einen letzten Gruß, verbunden mit den besten Wünschen für die uns nachfolgenden Fahrzeuge, wohl wissend, daß sie diese durchaus gebrauchen können.