Paucartambo


Auf dem manchmal auch mit ziemlich durchwachsenen Überraschungen gespickten Weg von Cusco nach Pilcopata in den Dschungel liegt im Altiplano der Anden auf etwa 2900 Metern Meereshöhe ein eher angenehmer Höhepunkt der Reise: Das kleine Kolonistenstädchen Pawqar Tampu, aus der Quechua-Sprache in etwa übersetzt als "Bunter Stützpunkt". Ein altes Fort thront über dem im Tal liegenden kleinen Ort, in den Jahren 1471 bis 1493 unter der Herrschaft des Topa Inca Yupanqui zum Schutz und zur Raststätte an einer der in diesem Zeitraum neugeschaffenen Inkastraßen erbaut und in der Neuzeit liebevoll restauriert. Mit herrischer Geste thront der Sonnenkönig als goldglänzende Statue über dem Ort und betrachtet mit unbewegter Miene das rege Treiben auf der Hauptstraße, weiter unten ergänzt durch eine ebenfalls goldige Frau in traditioneller Tracht. Heute fungiert diese Anlage als beliebter Aussichtspunkt über der Stadt, erreichbar über eine der teilweise rechts daneben erkennbaren originalen nachempfundene Treppe. Aber nun werfen wir uns doch in das Getümmel des Ortes: Ein Steinbrücke, vielleicht nicht ganz so elegant wie die berühmte von Mostar, aber in ihrer Bauweise durchaus mit dieser vergleichbar, führt über den Fluß auf die Hauptstraße, auf und an welcher wie jeden Tag das städtische Leben pulsiert. Straßenhändler bieten ihre Waren feil, der neueste Tratsch wird ausgetauscht und natürlich kann man auch einfache, aber wohlschmeckende Speisen verzehren und etwas trinken. Notfalls gibt es ja auch Taxis, Dreiräder mit angesichts der löchrigen, unbefestigten und teilweise steilen Straßen ziemlich breiten Reifen sowie bestimmt auch einem starken Antrieb. Und hinter uns befindet sich eine Markthalle mit diversen Ständen für Haushaltwaren, Lebensmittel sowie großer Garküche im ersten Stock, aus welchem gerade vier Quechua-Frauen ins Licht der Hauptstraße treten, die gerade erworbenen Waren sorgfältig in den Tragetüchern auf ihrem Rücken verstaut.