Als im Jahr 1750 der birmesische König Alaungpaya die Idee hatte, das Gebiet der Mon seinem Reich einzuverleiben, da schlug er vor der Stadt Dagon am Fuße der strahlenden Shwedagon-Pagode sein Feldlager auf, und er nannte es optimistisch Yangon "Ende des Kampfes". Es dauerte allerdings noch fünf Jahre, bis er sein Ziel erreicht hatte und dort an der Ostseite des Irrawaddydeltas in Nähe des Andamanischen Meeres auf den Grundmauern des legendenmäßig schon zu Buddhas Zeiten (im 5.Jhdt v.Chr.) bestehenden Ortes seine neue Hauptstadt gründen konnte. Den einmal gefundenen Namen behielt er bei. Nun, auf ein "Ende des Kampfes" zu hoffen, wäre zu den Zeiten der Kolonialkriege wohl ziemlich vermessen gewesen, und als die Briten im zweiten britisch-birmanischen Krieg 1852 die Stadt endgültig eroberten, konnten sie angesichts der niedergebrannten Bambushütten und Teakholzhäuser alles nach ihren Grundsätzen wiederaufbauen, so dass das Stadtbild nach kurzer Zeit mit seinen viktorianischen Prachtbauten den größten Hafenstädten von British India kaum nachstand. Fünf längs verlaufende Hauptstraßen wurden mit knapp hundert in Südwest-Nordost-Richtung ausgerichteten Nebenstraßen verbunden, auf das der zumeist vom Meer her oder aus dem Gebirge wehende Monsum für eine erfrischende Brise sorgen kann. Als die Briten schließlich 1948 die Union Jack einrollen mussten und das Land mit den folgenden Jahren immer mehr der Selbstisolation verfiel, da blieb der jetzt zur Innenstadt gewordene Stadtteil, gebaut eigentlich nur für 30000 Menschen, in seiner Form weitgehend erhalten, wenn auch viele der Bauten inzwischen einen eher heruntergekommenen Eindruck machen. Nicht aber am zentralen Platz der City um die aus der Mon-Zeit stammende Sule-Pagode und den um den gepflegten Mahabandula Park herum angeordneten Bauten aus viktorianischer Zeit, wie High Court, City Hall, Telegraph Office, Foreign Trade Bank und Baptist Church. Und natürlich darf ein Unabhängigkeitsmonument nicht fehlen, eine Säule aus hellem Marmor im Zentrum des Parks, bei der Ähnlichkeiten mit einem Monument auf der anderen Seite des "Großen Teichs" bestimmt zufällig sind. Oder doch nicht?