Roter Platz


Karavellen beherrschten ab dem 15.Jahrhundert die von Entdeckern wie Columbus oder Vasco da Gama in gefährlichen Fahrten immer weiter erschlossenen Weltmeere. Entwickelt und immer weiterentwickelt von den Portugiesen und Spaniern, bildeten sie die Grundlage der damaligen Vorherrschaft der Iberer auf den neuentdeckten Weltmeeren und Kontinenten. So umsegelte der Portugiese Bartolomeu Dias mit zweimastigen, 20 bis 25 Meter langen Lateinerseglerkaravellen (mit Längssegeln) im Jahr 1487 erstmalig das Kap der Guten Hoffnung und schuf die Basis für die ab dem Jahr 1497 folgenden insgesamt knapp einhundert zumeist jährlich ablegenden portugiesischen Expeditionen (Armadas) nach Indien und Südostasien. Inzwischen waren die größeren 30 bis 35 Meter langen Quersegelkaravellen mit bis zu vier Masten entwickelt worden, welche auch die aus schwerfälligen Naos bestehenden Transportschiffe der 19. Armada begleiteten, die dann im Herbst des Jahres 1511 unter Afonso de Albuquerque die Stadt Malakka eroberte. Auch die Flor de la Mar, eine portugiesische Karacke, das damals mit 38 Metern Länge, 8 Metern Breite und 400 Tonnen Eigengewicht größte verfügbare Kriegsschiff, war an dem Sturm auf die Stadt beteiligt und wurde angesichts der dabei eroberten unermesslichen Schätze zu deren Abtransport kurzerhand zum Frachtschiff umfunktioniert. Weit kam das voller Gier gewiß überladene Schiff nicht, es sank wenig später bei einem Sturm im November 1511 irgendwo in der Straße von Malakka und regt bis heute die Fantasie von Schatzsuchern und Abenteurern jeden Couleurs an. Frei nach Wikipedia: "Unter anderem sollen sich an Bord der Flor de la Mar mit Blattgold überzogene Sänften, Löwen aus Gold, sowie der Thron der Königin von Malakka, der angeblich mit Edelsteinen übersät war, befunden haben. Schätzungen über den Wert des Schatzes belaufen sich auf bis zu 7,5 Milliarden Euro." Ein Grund doch, dieses Schiff nachzubauen und im Jahr 1994 als Meeresmuseum in Malakka aufzustellen, wo allerdings der feuchtwarme Zahn der Zeit inzwischen schon ein wenig an seinen Planken genagt hat und es deshalb derzeit geschlossen ist. Ein paar Millionen aus dem versunkenen Schatz würden ihm bestimmt gut tun.