Roter Platz


Einen Roten Platz gibt es keineswegs nur in der Hauptstadt von Putins Reich, nein, auch hier mitten in Südostasien erfreut sich eine Lokalität dieser Bezeichnung, wenn auch die Ähnlichkeiten außer dem Namen, sagen wir mal, sehr überschaubar sind. Und bestimmt hat auch niemand bei der Entstehung der so unterschiedlichen Plätze trotz der zeitlichen Nähe an den jeweils anderen gedacht. Somit können wir den "Großen Bruder" beruhigt außen vor lassen und uns alleinig diesem in Malaysia liegenden Kleinod widmen. Als die Niederländer die an der auch schon damals für den Handel zwischen Ostasien und Indien / Afrika / Europa unumgänglichen Straße von Malakka liegende Stadt im Jahr 1641 von den Portugiesen eroberten, begannen sie gleich darauf, ihre eigenen, heimisch geprägten Vorstellungen unter den Bedingungen der Äquatornähe in die Stadtgestaltung einfließen zu lassen. Doch erst 1741, einhundert Jahre nach dem Beginn ihrer Herrschaft, entstand für die in den Niederlanden und ihren Kolonien doch recht starke calvinistisch-protestantische Gemeinde ein angemessenes Gotteshaus, die Christ-Church, am zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht roten "Roten Platz". Jedoch mit dem Stad-Huys, dem Rathaus, da hatten es die Holländer eiliger, so erbaute man schon um 1650 ein für damalige Zeiten recht gewaltiges Gebäude von 49200 qm mit seinen großen Fenstern und Türen als Sitz des Gouverneurs und der Kolonialverwaltung, welches auch durch die praktisch veranlagten Briten (und später die Malaien) in diesem Sinne noch bis in das Jahr 1979 weiter genutzt wurde. Letztere vervollständigten das architektonische Ensemble - very british - mit dem Victoria-Brunnen und auch einen Uhrenturm erachteten sie als notwendig. Da waren die vorher weißen Gebäude (erst ab dem Jahr 1820) schon mit der Farbgebung versehen, mit welcher sie sich heute dem interessierten Betrachter darbieten. Ein wunderbares Ensemble, gehörend zum UNESCO-Weltkulturerbe! Eigentlich heißt er allerdings Stadey-Square, die anderen Bezeichnungen, wie Roter Platz oder auch Netherlands Square haben sich wohl umgangssprachlich durchgesetzt und wurden zu guter Letzt von Reiseführern und Tourismusämtern breitgetreten, oder auch umgekehrt.... Schon mal mit einer quietschbunten Rikscha gefahren, auf einem Sitz unter einem von durch Disney vertraglich lizensierten Comicfiguren garnierten Himmel? Auch das gibt es hier, wenn es auch nicht unbedingt jedermanns Geschmack sein dürfte. Auf dem linken Bild warten einige auf vorteihafterweise schwerhörige Kunden, denn der Zusatzservice von mit Ghettoblastern erzeugtem ohrenbetäubenden Popmusik-Lärm ist im Beförderungspreis inbegriffen. So manches ist eben anders in Asien.