Recht schnell hat der Tag dem samtenen Dunkel der tropischen Nacht Platz gemacht und nach seinen hohen Temperaturen unter der unbarmherzigen Sonne streben nun die tagsüber unter Klimaanlagen Geflüchteten des Millionen-Molochs hinaus in die frische Luft, bevölkern Straßen und Plätze inklusive der unzähligen Restaurants und Cafes mit ihren einladenden Außenbereichen und ein Teil von ihnen auch den KLCC-Park im Herzen der Metropole mit seinen mittig angelegten Teichen und seinen von Lianen umwickelten Bäumen. Ja, und im letzten Schein des Abendrots beginnen sie, die Wasserspiele. Wandelnde Fontänen schießen in die Höhe, fließen über das Wasser, in darauf abgestimmte Licht- und Farbspiele getaucht, deren Komposition überhaupt keine Grenzen zu kennen scheint. Und das alles im Takt von Musik verschiedener Stilrichtungen, Rockmusik, Schlager und Klassik harmonieren hintereinander, ordnen sich unter, passen sich den Wellenbewegungen der farbigen Fontänen an, die Bereitschaft der Zuschauer ausnutzend, angesichts von Schönheit und Harmonie auch einmal Töne sonst eher belächelter Stilrichtungen zu akzeptieren. Und während die Scheinwerfer im Takt des Wassers und der Töne immer neue Farben hervorbringen, lohnt es sich durchaus, gemessenen Schrittes die nicht sehr große Teichlandschaft zu umrunden, welche sogar den bei Tageslicht eher kalt und abweisend wirkenden Hochhäusern im Hintergrund einen gewissen Charme verleiht. Auch der gewaltige Käfer auf dem linken Bild mit seinen erleuchteten Fühlern schaut friedlich auf das Spektakel zu seinen Füßen und läßt seinen Chitinpanzer freundlich erglühen, obwohl er von seiner Größe her durchaus in der Lage wäre, die arglos das Spiel der Farben genießenden Menschen zu verschlingen. Die riesige Sanduhr dagegen auf dem rechten Bild erinnert an die Vergänglichkeit der vor unseren Augen dargebotenen Schönheit. Aber gemach, ihr oberer Behälter ist noch gut gefüllt, genug Zeit, sich in einem Restaurant bei einem Gläschen Wein an allem zu erfreuen.