Kirche St. Mary


Da steht sie nun am Übergang vom alten chinesisch-malaiischen Viertel zum modernen Bezirk mit seinen um die Wette in Richtung Himmel gierenden Hochhäusern, die recht kleine und schlichte anglikanische Kirche St. Mary's im Tudorstil, wie sie auch bestimmt etwas weiter draußen in der englischen Provinz zu finden sein würde. Im Jahr 1894 erbaut, diente sie den Verwaltern der englischen Kolonialmacht als Gebetsstätte, und auch heute noch sitzt hier der Bischof von West-Malaysia, dessen Klientel sich allerdings als ziemlich überschaubar darstellen dürfte, seit die Briten das Weite gesucht haben, nicht ohne noch das mit seiner Architektur zur Kirche passende Wohnviertel und gleich gegenüber einen Cricketplatz mit angemessener Größe hinterlassen zu haben. Immerhin: Wenn auch die Moslems im malaiischen Staat gefördert werden, geduldet werden auch kleine Religionsgemeinschaften, die Bauten der Briten werden weiter unterhalten und irgendwelche Exzesse sind in der Neuzeit nicht auszumachen. Und so macht das Bauwerk trotz der geringen Anzahl von Christen, denen es durchaus nicht schlecht geht, wie an den hier parkenden Autos auszumachen ist, einen gepflegten Eindruck und versteckt sich auch nicht, wie in anderen muslimischen Staaten durchaus üblich, hinter dicken Mauern, wenn auch das Kirchenschiff außerhalb der Gottesdienstzeiten nicht zugänglich ist. Durch den Garten wandeln ist aber möglich und das Umrunden des Grundstücks auf öffentlichen Wegen sowieso, wobei hier der Hochwasserschutzdamm des am River of Life in den Klang einmündenden Sungai Gombak gute Dienste leistet.