Skyline von Kuala Lumpur


Als sich die Zinn abbauenden Bergleute unter Führung des malaiischen Radschahs Abdulla im Jahr 1857 hier mitten im Urwald niederließen, da gründeten sie den Flecken mit Bedacht. Bis zum Abzweig des Sungai Gombak an dieser Stelle ist der das Gebiet zur Straße von Malakka hin enwässernde Klang-Fluss zumindest mit kleineren Booten befahrbar, so daß hier wohl zuerst eine Zinn-Verladestelle dem Abtransport des wertvollen Metalls in Richtung Küste diente. Und da man ja Zinn bekanntlich nicht essen kann und auch andere Waren benötigt wurden, ließen sich dann auch recht bald meist chinesischstämmige Händler hier nieder und sorgten für die Auslastung der Boote in der anderen Richtung. Die Wiege der heutigen Millionenstadt, wie so vieles im Malaysia bis heute streng nach ethnischen Grundsätzen geteilt und doch in Koexistenz funktionierend: So schließt sich am rechten Bildrand Chinatown mit alter Markthalle an, links blieb Platz für die Kolonialmacht und ihre einheimischen Handlanger mit Markt, Rathaus, Verwaltungspalast, Kricketplatz und Wohnbauten im britischen Kolonialstil, während im spitzen Winkel der beiden zusammenstrebenden Flüsse die Malaien ihre Jamek-Moschee errichteten, deren Hinterlandbauten in den Boomjahren inzwischen einer im Schein der Abendsonne immerhin ein versöhnliches Bild abgebenden Ansammlung von Wolkenkratzern gewichen sind, davor eine der neuen Schnellbahnstationen. Mit Eröffnung der Eisenbahnlinie nach dem Hafen Port Klang und erst recht nach dem Siegeszug des Automobils verlor das Gelände seine Bedeutung, bis man sich, sei es durch Stadtverwaltung oder auch Regierung, an die geschichtlichen Zusammenhänge erinnerte und das Projekt "River of Life" startete, die Uferzonen zu Parkanlagen umgestaltete und zu bestimmten Zeiten tätige Wasserspiele installierte. Nur der Fluss, der müffelte als Abwasserkanal bergauf gelegener Siedlungen weiter vor sich hin, bei bestimmten Wettersituationen ziemlich unerträglich. Sollte das der Fluss des Lebens sein? Aber dient dem wirklich die gefundene Lösung, einen künstlichen Bach mit fließendem sauberen Wasser längs des Ufers zu installieren (links im Bild), dessen Verdunstungsprodukte den Gestank erfolgreich von den empfindlichen Nasen der lustwandelnden Menschen fernhalten?