Annäherung an eine Millionenstadt in Südostasien: Auf der malaiischen Halbinsel, in etwa 40 Kilometer Entfernung zu einem der wichtigsten Schiffahrtswege der Welt, der den Indischen Ozean mit dem Südchinesischem Meer verbindenden Straße von Malakka, da liegt sie am schlammigen Klangfluß, Kuala Lumpur, die Hauptstadt des Bundesstaates Malaysia. Lang ist ihre Geschichte nicht: Was bewog die britische Kolonialmacht, den im Jahr 1857 von Zinn abbauenden Bergleuten gegründeten Flecken dann 1896 zur Hauptstadt des unter ihrer Herrschaft aus dem Zusammenschluss verschiedener Sultanate geschaffenen Gebildes der Föderation von Malaya zu machen? War es der florierende Zinnabbau mit Transportmöglichkeit per Schiff zum Hafen Port Klang, war es die relativ zentrale Lage auf der langgestreckten Halbinsel, war es ein gewisses Misstrauen gegenüber der weiter südlich gelegenen, viel älteren und größeren Stadt Malakka mit ihren flämisch-portugiesischen Wurzeln? War es eine Summe mehrerer Abwägungen? Wir wissen es nicht! Aber nun liegt sie da vor uns, die Skyline einer asiatischen Metropole, der Hauptstadt eines Tigerstaates. Gewaltige, durchaus architektonisch ansprechende Hochhäuser bieten sich da unter den schwarzen Wolken eines heraufziehenden und ebenso gewaltigen Unwetters dem interessierten Betrachter dar, welcher allerdings, egal wie er zu diesem Anblick steht, seine Betrachtungen langsam zugunsten eines trockenen Plätzchens abbrechen sollte, denn in wenigen Minuten wird hier ein Inferno aus Blitzen und Wasser hereinbrechen.