Timna-Park


Wer hätte das gedacht, daß sich am Rande des etwa 25 Kilometer südlich bei Eilat beginnenden Wadi Arabah mitten in der unwirtlichen Negev-Wüste ein ganz besonderes Kleinod der Natur und der Menschheitsgeschichte befindet? Ein paar altägyptische Miniaturen weisen den Weg dorthin, sie überreden den achtlos auf der Straße Nummer 90 vorbeirasenden Autofahrer geradezu, hier doch einmal abzubiegen und das sich hinter Bergen versteckende Gelände zu erkunden. Und dann: Ein Bergsattel ist überwunden und ein grandioses Panorama tut sich auf! Eine Senke voller felsiger Kolosse, welche wie riesige Pilze, Schnecken oder Schildkröten in die Luft ragen, garniert von über 5000 Jahren alten Spuren menschlicher Besiedlung. Aber warum sollte man sich an diesem unwirtlichen Ort eigentlich ansiedeln? Es waren die alten Ägypter, welche hier vor 5500 Jahren freiliegende oder knapp unter der Erdoberfläche befindliche Kupfererzvorkommen entdeckten, sie begannen abzubauen und an Ort und Stelle einzuschmelzen, nicht kontinuierlich, sondern wegen Brennstoffmangel (kein Holz) immer nur im Rahmen von Expeditionen. Die ältesten Metallbergwerke und zu den ältesten zählende Schmelzöfen der Welt. Vor ca 4500 Jahren erlosch der Abbau, um 3000 Jahre später angesichts des hohen Metall- und Schmuckbedarfs der Pharaonen wieder aufzuleben und ab 50 v.Chr. von den Römern fortgeführt zu werden. Eine Stadt entstand mit Häusern, Tempeln und Straßen für die hier seßhaft gewordenen Minenarbeiter: Hurvat Timna. Inzwischen ist die 180 Grad-Wende in dem U-förmigen Tal durchfahren und da wartet noch etwas besonderes auf uns: Die Säulen des Salomons, durch Winderosion entstanden, begrenzen da seit Urzeiten ein höhergelegenes Plateau und laden dazu ein, durch sie hindurchzuschreiten und für kurze Zeit zwischen den hochaufragenden Felswänden der brennenden Sonne zu entfliehen. Und mit frischer Kraft läßt es sich dann auch zu den Resten des Hathor-Tempels aufsteigen, der ägyptischen Göttin der Liebe, des Friedens, der Schönheit, des Tanzes, der Kunst und der Musik geweiht.