Kennileiti


Kennileiti heißen die Säulen aus akkurat aufgeschichteten Steinen, welche dem Fußgänger oder Reiter aus vorindustriellen Zeiten auch bei Nebel oder Schneesturm den Weg über die zuweilen eintönige und unbesiedelte Gegend im Nordosten Islands, aber durchaus auch anderswo, weisen sollten. Die auf die recht sperrig wirkenden Bezeichnungen Dimmifjallgarður und Möðrudalsfjallfjallgarðar hörende ziemlich ebene Landschaft aus grasbewachsenem Lavaschotter erstreckt sich hier auf einer Breite von bis zu 60 Kilometern, bei gewaltigen Gletscherläufen aus dem weiter südlich gelegenen Vatnajökull entstandenes Schwemmland. Schwemmland? Mit diesem Begriff verbinden wir in Deutschland eher Sande, bestenfalls Kiese. Welche Kraft muß hier dagegen das Wasser gehabt haben, solche Lavabrocken über Hunderte von Kilometern zu bewegen! Wenn auch wesentlich schwächer, so werden wir die Kraft des Wassers in den nächsten beiden Tagen auch kennenlernen, die am Horizont heraufziehenden Wolken sind ein erster Vorbote dessen, was uns da blüht! Aber das ist eine andere Geschichte......