Namafjall


Namafjall heißt eines der bedeutendsten Hochtemperaturgebiete Islands an der Naht zwischen der eurasiatischen und der nordamerikanischen Kontinentalplatte, wo die Gewalten unter unseren Füßen eindrucksvoll erahnbar werden. Kaltes Grundwasser sickert durch Spalten und Risse hinunter zum etwa 200 Grad heißen Gestein und strebt in Form von Dampf zusammen mit schwefelwasserstoff- haltigen Gasen wieder an die Erdoberfläche. Bei ordentlichem Druck entstehen Sulfatare, fauchende, langsam wachsende, dampfspeiende Minikegel aus Schwefel, Sinter und Gips. Oder der Druck aus der Erdkruste ist geringer und es bilden sich 80 bis 100 Grad heiße Pfützen, in denen die von unten langsam aufstrebenden Gase Schwefelsäure bilden, welche Boden und felsigen Grund zu lehmigem Schlamm zersetzt. Ein Schlammtopf entsteht, dessen dampfender Inhalt gleich kochendem Grießbrei blubbernd Gasblasen ausstößt, zum Glück zu zähflüssig, um dem herantretenden Betrachter Augen und Kleidung zu verätzen. Viereinhalb Milliarden Jahre ist unser Planet alt, und noch immer schlummern gewaltige Energien in seinem Inneren unter der hier nur etwa zehn Kilometer dicken, auf heißer Magma "schwimmenden" Kruste! Freuen wir uns darüber, daß uns diese Kräfte doch größtenteils in Ruhe lassen.