Myvatn


Der sich aus Westen dem Myvatn, dem "Mückensee" nähernde Reisende erreicht dieses wohl eines der schönsten Gebiete Islands am aus einigen wenigen Häusern bestehenden Weiler Skutustadir. Und - er reibt sich verwundert die Augen: Ja, hat es ihn in die mecklenburgische Schweiz verschlagen? Endmöräne? Aber nach Überwinden eines ersten Hügels taucht sie auf, eine Wasserfläche, unterbrochen von unzähligen Inseln, intakten Pseudokratern oder Resten davon. Als vor etwa 3800 Jahren der Abfluß der hier vorhandenen Senke zur Laxa hin von Lavaströmen aus dem bei einem mächtigen Ausbruch neuentstandenen Schildvulkan Ketildynga versperrt wurde, füllte sich diese mit Wasser. Über die dabei an ihrer Südseite enstandenen Moore und Sümpfe schob sich später neue, 2000 Grad heiße Lava. Gewaltige Explosionen von heißem Wasserdampf waren die Folge und es entstand diese Kraterlandschaft. Betrachten wir doch noch ein wenig das grandiose Panorama, sofern wir nicht unverhofft versucht werden, durch eines der unzähligen Löcher im porösen Untergrund, von denen sich eins unmittelbar vor uns auftut, der Magma im Erdinnern näher zu kommen! So lädt hinten rechts im Bild der eindrucksvolle Hverfall zu einer Besteigung ein, ein vor etwa 2500 Jahren durch gewaltige Wasserdampfexplosionen entstandener etwa einen Kilometer im Durchmesser messender Krater. Seine Lava floß in Richtung des Myvatn und hinterließ davor die in bizarr-schwarzen Formen versteinerte Stadt Dimmuborgir "Dunkle Burgen", in welcher auch die 13 Weihnachtstrolle den Sommer über hausen, so erzählt man es sich jedenfalls. Und auch hier, am Ostrand des Gebiets, stoßen die Kontinentalschelfe Amerikas und Eurasiens aufeinander, gekennzeichnet durch kochende Schlammpötte, Geysire und durch ein wunderbares, von heißen Quellen gespeistes Natur-Freibad. Eine rundum gelungene Entschädigung für das zwar immer wieder zum Baden einladende, aber dafür doch viel zu kalte Wasser des Myvatn. Eben doch nicht die Mecklenburgische Schweiz.....